Anzeige

Teilen auf Facebook RSS-Feed Klassik Heute
Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

CD-Besprechung

Hungaroton HCD 32237

1 CD • 67min • 2004

17.05.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Jean Joseph Cassanéa de Mondonville (1711-1772) hat nicht nur seinen aufwendigen Namen mit dem Selbstbewußtsein Frankreichs in der Epoche nach dem Goldenen Zeitalter Ludwigs XIV. gemein, er teilt auch in seiner Lebenszeit nahezu deckungsgleich die Epoche Ludwigs XV., der von seiner Persönlichkeit her nicht an den Sonnenkönig anknüpfen konnte und damit das mit der Ausstrahlung des Monarchen eng verbundene politische Modell der absoluten Königsherrschaft nicht mit der für die Zukunft dieser Staatsideologie nötigen Glaubwürdigkeit ausstatten konnte. Damit beschwor er das Entstehen der Stimmungen herauf, die unter der Herrschaft seines noch weniger begabten Nachfolgers Ludwig VXI. zu einem beispiellos korrupten politischen System und zum Ausbruch der Französischen Revolution führen sollte. Im Bereich der Musik entwickelte sich Frankreich während der nahezu hundert Jahre vom Tod des Sonnenkönigs bis zur Revolution mit einer bemerkenswerten Beharrlichkeit weiter auf den Entwicklungslinien, die der aus französischen und italienischen Stilelementen zusammengesetzten Musiksprache der Epoche Ludwigs XIV. eigen gewesen waren. Mondonville ist ein typischer Vertreter der Musik im Zeitalter Ludwigs XV., doch ist er kein Genie vom Schlage Rameaus und seine Musik ist daher nicht frei von Manieriertheit. Diese Gezwungenheit läßt sie gegenüber den in ihrer Melodieseligkeit nahezu selbstvergessen erscheinenden Werken des fast gleichaltrigen Italieners Pergolesi ins Hintertreffen geraten.

Die Interpretationen der Sopranistin Edit Károlyi mit dem Geiger Balázs Bozzai und dem Cembalisten Miklós Spányi berauben diese intellektuellen Erwägungen jedoch fast gänzlich ihrer Wirkung. Mit einer an die Barockdiven Emma Kirkby und Mária Zádori gemahnenden geschmeidigen Virtuosität bringt die Sopranistin Edit Károlyi den Charme dieser Musik zum Leuchten, wobei sie durch die Instrumentalisten bestens unterstützt wird, die mit bemerkenswertem Stil und musikalischem Feingefühl Mondonville zu einem intellektuellen französischen Bruder des italienisch unbeschwerten Pergolesi machen.

Detmar Huchting [17.05.2005]

Anzeige

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Jean-Joseph Cassanéa De Mondonville
1Pièces de Clavecin avec Voix ou Violon op. 5
2Sonate F-Dur op. 3 Nr. 2

Interpreten der Einspielung

Vorherige ⬌ nächste Rezension

17.05.2005
»zur Besprechung«

 / Tacet
" / Tacet"

16.05.2005
»zur Besprechung«

Chopin – Valses / harmonia mundi
"Chopin – Valses / harmonia mundi"

Das könnte Sie auch interessieren

14.02.2020
»zur Besprechung«

C.P.E. Bach, The Solo Keyboard Music 39 / BIS
"C.P.E. Bach, The Solo Keyboard Music 39 / BIS"

10.09.2019
»zur Besprechung«

C.P.E. Bach, The Solo Keyboard Music 38 / BIS
"C.P.E. Bach, The Solo Keyboard Music 38 / BIS"

22.02.2019
»zur Besprechung«

C.P.E. Bach, Solo Keyboard Music Vol. 37 / BIS
"C.P.E. Bach, Solo Keyboard Music Vol. 37 / BIS"

10.08.2016
»zur Besprechung«

C.P.E. Bach, The Solo Keyboard Music 31 / BIS
"C.P.E. Bach, The Solo Keyboard Music 31 / BIS"

Anzeige

Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Anzeige