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CD-Besprechung

OehmsClassics OC 371

1 CD • 68min • 2004

01.06.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

In einer Zeit, in der es noch keine CD-Spieler, MP3-Player oder Radios gab, blühten die Bearbeitungen bekannter Werke. Zwei der inzwischen berühmtesten davon gehörten Richard Wager, der sich in seiner nicht gerade sehr erfolgreichen Pariser Zeit unter anderem genötigt sah, Donizettis Oper La Favorite für zwei Violinen zu arrangieren. Wer denkt, hier auf den originären Wagner zu treffen, irrt. Die Bearbeitung ist eine sauber gemachte, aber ganz am italienischen Meister orientierte Auftragsarbeit ohne eigenständigen Charakter.

Die Interpretation durch die aus Deutschland stammenden Violinisten Matthias Wollung und Jörg Fassmann ist sauber und elegant, Opernatmosphäre will sich dennoch kaum einstellen. Dies den beiden Virtuosen anzulasten, wäre jedoch verfehlt, vielmehr liegt es am Fehlen der entscheidenden Momente der Belcanto-Oper – des Gesangs und der Bühnenpräsenz –, daß dieser Reigen aus Donizetti-Melodien nicht wirklich zünden will. Zu flach und gefällig sind die einzelnen Bühnennummern, um auch als Kammermusik Leben und vor allem Charakter zu besitzen. Gäbe es die von Michael Dißmeier spannend verfassten und von Daniel Morgenroth mit viel Eloquenz und Intensität gesprochenen Handlungstexte nicht, könnte man sich nur schwer vorstellen, daß der Musik eine Handlung voller Tragik und Konfliktreichtum zu Grunde liegt.

Dabei ist die Interpretation für sich betrachtet alles andere als langweilig. Die Ouvertüre, das naturgemäß rein instrumental am überzeugendste Stück, aber auch die Chornummern, werden mit ausgesprochen viel Intensität gespielt, die Musik kann schmachten oder sich in nervöser Erwartung verzehren. Auch die Arien, Duette und Ensemblenummern werden mit viel Feingefühl wiedergegeben, der kompositorische Gehalt ist aber zu gering, um der Musik auch ohne Bühne echtes Leben einzuhauchen.

Vielleicht sollte man diese CD doch auf Wagner bezogen hören, nämlich in dem Bewusstsein, welche Qualen er, der geborene Orchesterkomponist und Meister großer, ausladender Formen und harmonischer Fortschreitungen, bei dieser niedlichen Bearbeitung ausgestanden haben muss. So betrachtet wird umso deutlicher, welch revolutionärer Gehalt seiner Musik innewohnt.

Weniger revolutionär, aber absolut überzeugend ist das Klangbild dieser Aufnahme. Die beiden Violinen besitzen viel Raum, sind absolut transparent aufgenommen und füllen gerade bei Doppelgriffen den Klangraum aus wie ein kleines Orchester. Dazu gesellt sich die glasklare Sprecherstimme dieses virtuellen Minitheaters.

Robert Spoula [01.06.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Gaetano Donizetti
1La Favorite

Interpreten der Einspielung

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