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CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

DVD-Video-Besprechung

Supraphon SU 7008-9

1 DVD-Video • 2h 00min • 1961

27.04.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 6
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Ein nostalgisches Opernvergnügen: Die Tonaufnahme entstand vor vierundvierzig Jahren, der Film (mit Schauspielern) vor dreißig Jahren. Damals existierte der Opernfilm als eigenständige Gattung, die Meisterwerke wie etwa die Filme von Petr Weigl hervorbrachte. Mit dem Ziel einer möglichst realistischen Umsetzung konnten Freiluft-Szenen an natürlichen Schauplätzen gedreht werden, für übernatürliche Handlungselemente hatte der Film überlegene technische Möglichkeiten parat, vor allem aber bot die lippensynchrone Nachverfilmung mit Schauspielern eine Lösung des alten Grundproblems der Oper, das in der häufigen Diskrepanz zwischen stimmlicher Eignung eines Sängers auf der einen, seinem Erscheinungsbild und seinen darstellerischen Fähigkeiten auf der anderen Seite lag. Der Opernfilm strebte an, auf künstliche Weise eine Art Idealversion des Werkes herzustellen, und erst in jüngerer Zeit wurde diese Gattung durch die massenweise Abfilmung von Regietheater-Aufführungen verdrängt.

Kaum eine Oper bietet sich so an für das Medium Opernfilm wie Dvoraks „Lyrisches Märchen“ auf ein Libretto von Jaroslav Kvapil nach dem Undine-Stoff von Friedrich de la Motte Fouqué. Die Szenen am See und im Wald schwelgen in üppigen Naturaufnahmen, die geisterhafte Welt von Nixen, Wassermann und Hexe erhält durch Überblendtechnik ihren unwirklichen Charakter. Die Schilderung der realen Welt steht in der Tradition der beliebten tschechischen Märchenfilme mit prächtiger Schlosskulisse, historischen Kostümen, Rössern, Kutschen und Jagdfalken. Die Schauspielerin Katerina Machackova ist die Idealverkörperung der Rusalka, eine Augenweide in ihrer Erscheinung und anrührend in ihrem Spiel. Bei ihr, wie auch bei der Hexe, wirkt die Synchronisation absolut glaubhaft, was beim Prinzen nicht in gleichem Maße der Fall ist. Kein derartiges Problem gibt es bei der Partie des Wassermanns: Der große tschechische Bassist Eduard Haken ist der einzige, der – vierzehn Jahre nach der Schallplattenaufnahme – seine Rolle auch im Film selber mimt.

Klanglich kann die Aufnahme unter der Leitung des ein Jahr später verstorbenen Zdenek Chalabala ihr Alter natürlich nicht ganz verhehlen, doch musikalisch überzeugt sie absolut. Neben Haken imponieren vor allem Ivo Zidek als Prinz, Marie Ovcacikova als Hexe und Milada Subrtova als Rusalka, die mit mädchenhaftem Sopran das berühmte Mondlied wesentlich differenzierter gestaltet als manche ihrer heutigen Kolleginnen. Wer also genug hat von kahlen Interieurs und Protagonisten im Straßenanzug, der mag zu dieser liebenswürdig altmodischen Version greifen. Deutsche Untertitel.

Sixtus König † [27.04.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Antonín Dvořák
1Rusalka op. 114 (Lyrisches Märchen in 3 Akten)

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