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CD-Besprechung

J.S. Bach • I. Strawinsky

ECM 1 CD 472 7672

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 07.04.05

ECM 472 7672

1 CD • 75min • 2002

Das wäre eine schöne Sache – ein dokumentarischer Film über Leonardo da Vinci, in dessen kühne Visionen sich wie Zukunfts-Artistik reale Passagen aus Chaplins Modern Times (1936) einschleichen. Die fast unscheinbar-beiläufige CD-Dramaturgie Bach – Strawinsky ist, wenn man genau hinhört, nicht weniger visionär und nicht minder kultur-erhellend: hier die perspektivische Transparenz sich kontrapunktisch entfaltender Räume, transzendent, aber doch von menschlichem Geist gezeichnet, sich in immer größere Bögen öffnend – dann aber plötzlich eingefangen vom Jahrhundert der industriellen und musikalischen Rhythmen und der erwachenden motorischen Energien, in ihrer sich reproduzierenden Gestik und artifiziellen Technologie so irr’ wie doch real und dabei nicht weniger von menschlichem Geiste und Gemüt, jedenfalls wenn Strawinsky oder Chaplin am Werke sind. Hier und in solchem Geiste übrigens sind auch die Interpreten dieser Einspielung wiederzufinden: Kavakos spielt Bach mit voller energetischer Stringenz und einer fast orchestralen Schubkraft, präsenter im Ton, puls- und rhythmusorientierter als etwa Gidon Kremer, der agogisch stärker ausdeutet und graphischer zeichnet. Aber das Vibrieren der filigranen Impulse dieser großen Solowerke und ihr wildwasserwellenartiges Pulsieren (im Double der Partita) bleibt von menschlichem Atem getragen und gerät nicht zum Phantom tönender Maschinerie. Ideale Voraussetzung auch für die Gestaltung des Duo Concertant (1932), dessen vielschichtiger Drive einen Höhepunkt in Strawinskys klassizistischer Periode bildet, dessen musikalische Tiefenschärfe sich aber nur mitteilt, wenn so beredt, flexibel und voller Innenspannung musiziert wird wie von Nagy und Kavakos. Die Bemerkung, daß die Rhythmik in ihrer sphinxhaften Vielgesichtigkeit hier besser schwingt als in der historischen Aufnahme mit Strawinsky und Szigeti und daß sich auch die Palette der Klangfarben im Sinne der Komposition noch reicher darstellt, dürfte hier kaum ehrenrührig sein, sondern ein organischer Aspekt lebendiger Interpretationsgeschichte.

Hans-Christian v. Dadelsen [07.04.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 I. Strawinsky Duo concertant für Violine und Klavier (1931/1932)
2 J.S. Bach Partita Nr. 1 h-Moll BWV 1002 für Violine solo
3 I. Strawinsky Suite italienne
4 J.S. Bach Sonate Nr. 1 g-Moll BWV 1001 für Violine solo

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Leonidas Kavakos Violine
Péter Nagy Klavier
 
472 7672;0028947276722

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