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CD-Besprechung

cpo 777 024-2

2 CD • 1h 48min • 2003

13.04.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Joseph Eybler (1765-1846) war Schüler von Johann Georg Albrechtsberger und Joseph Haydn, zählte zu Mozarts Bekanntenkreis und erhielt von seiner Witwe Constanze das Angebot, das unvollendete Requiem ihres just verstorbenen Mannes fertigzustellen (sie schätzte seine Fähigkeiten offensichtlich höher ein als die des von Mozart instruierten Süßmayr (1766-1803). 1804 zum Vizehofkapellmeister in Wien berufen, folgte er 1824 Antonio Salieri im Amt des Hofkapellmeisters nach. 1833 erlitt er während einer Aufführung von Mozarts Requiem einen Schlaganfall, der ihn bis zu seinem Tod 1846 in der Amtsausführung stark behinderte. Doch diese 13 Jahre der Behinderung konnten seiner Wertschätzung als bedeutender Komponist nichts anhaben, die erst im Laufe der Zeit verblaßte. Die heutige Wiederentdeckung seines Schaffens dürfte durch die vorliegende Einspielung seines Oratoriums Die vier letzten Dinge einen wichtigen Impuls erhalten.

1810 bestellte der österreichische Kaiser Franz für seine Gemahlin Marie-Thérèse bei Eybler ein Oratorium. So entstanden Die vier letzten Dinge, deren Text von Joseph von Sonnleitner, dem Librettisten des Fidelio, stammte. Der Stoff hatte bereits Joseph Haydn zur Komposition vorgelegen; indes starb der Meister, der mit seinen Oratorien Die Schöpfung und Die Jahreszeiten die Entwicklungslinie für das deutschsprachige Oratorium der Romantik vorgezeichnet hatte, ehe er die Komposition in Angriff nehmen konnte. Schnell überwand Eyblers Werk die Barriere einer Privatkomposition für den Kaiserhof und errang breite öffentliche Anerkennung.

Hermann Max stellt mit dieser Veröffentlichung die Wiederentdeckung des Oratoriums vor. Es präsentiert sich ein Werk, das dramatische Intensität und kompositorische Raffinesse vereint und mit dieser geglückten Mischung sicher auch heute noch Erfolge verbuchen können wird. An der lebhaften Darstellung von Hermann Max und den Fähigkeiten seiner Interpreten fehlt es bei einem solchen erhofften Erfolg nicht: Die vielfarbige und an dramatischen Wirkungen reiche Partitur wird ebenso feinfühlig wie temperamentvoll ausgelotet. So feiert nach bald zweihundert Jahren eine Komposition der anbrechenden Romantik ihre Auferstehung, die unsere Kulturgeschichte um ein wichtiges Zeugnis bereichert.

Detmar Huchting [13.04.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Joseph Leopold Eybler
1Die vier letzten Dinge (Oratorium in drei Abteilungen)

Interpreten der Einspielung

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