Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

Daniel Hope

East Meets West

Daniel Hope

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 01.04.05

Klassik Heute
Empfehlung

Warner Classics 2564 61329-2

1 CD • 73min • 2003

Kann eine schlichte Musik-CD geistig und emotional mit den zahllosen aufgedonnerten Angeboten der heutigen Kulturindustrie mithalten? Diese hier ganz gewiß – sicher wegen des großartigen Daniel Hope, der in jeder Phase und Phrase ein Zauberer ist, ohne je an Schmelz zu verlieren, und sicher auch aufgrund der Ragas, in denen sich Ravi Shankar und Yehudi Menuhin einst begegnet sind. Vor allem aber teilt sich in der höchst gelungenen Folge der Werke mit, wie sehr Komponisten und Musiker von dem ihnen Fremden, Entrückten fasziniert sind, mit welcher Leidenschaft und welchem geistigen Elan sie es gleichsam heranholen und zu ihrem Eigenen machen: der Spanier de Falla die maurischen und sephardischen Weisen; der Franzose Ravel den Tonfall der Sinti und Roma, die ursprünglich aus Indien kommen; Daniel Hope selbst verwandelt sich – inspiriert von Ravi Shankar – zu einem hinreißenden indischen Musiker, an dem sein Freund und Mentor Menuhin seine Freude gehabt hätte; Bartok, der kühle ungarische Konstruktivist, begeistert sich für die flexiblen Rhythmen rumänischer Volksmusik und der junge Alfred Schnittke, gerade erst eingeschrieben am Moskauer Konservatorium, ertastet für sich die „westlichen“ Perspektiven einer ihm streng verbotenen Musik. Doch so treffend sich all diese Distanzen intellektuell formulieren lassen, so unmöglich läßt sich die Energie und der ständig inspirierende Funke beschreiben, der hier – immer anders geartet – zwischen den Polen aufblitzt, ethnische und kulturelle Grenzen markiert und doch entzündet und sich dabei immer wieder mit den Stoffen anreichert, die in der menschlichen Seele schlummern und die, wenn sie allzu sehr in Schwingung geraten, „Musik“ werden, schlicht oder tiefgründig wie in de Fallas Nana genannter Violin-Melodie, hier von Sebastian Knauer in einem geradezu hypnotischen Tonfall begleitet, der den Hörer ebenso spontan packt wie die filigrane Virtuosität von Ravels Tzigane.

Hans-Christian v. Dadelsen [01.04.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Shankar Raga Piloo
2 M. Ravel Tzigane – Rhapsodie für Violine und Klavier
3 M. de  Falla Suite populaire espagnole
4 B. Bartók Sechs Rumänische Volkstänze Sz 56 für Klavier
5 A. Schnittke Sonata 1955 für Violine und Klavier
6 R. Shankar Swara-Kakali

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Gaurav Mazumdar Sitar
Sebastian Knauer Luthéal, Klavier
Daniel Hope Violine
 
2564 61329-2;0825646132928

Bestellen bei jpc

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

AGBs Impressum Kontakt Mediadaten Sitemap Datenschutz

© Klassik Heute

jpc
Film La Mélodie