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CD-Besprechung

James Levine - Document of the Munich Years (Vol. 7)

OehmsClassics 507

1 CD • 78min • 2001, 2002

03.12.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 5
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Unlängst fand ich an anderer Stelle die Behauptung, daß der 1938 geborene John Harbison zu den „bedeutendsten amerikanischen Komponisten unserer Zeit” gehöre. Das war mir zwar neu, doch schließlich kann man ja nicht alles wissen, weshalb ich mich denn auch mit Interesse der 1990 für das Baltimore Symphony Orchestra geschriebenen dritten Sinfonie widmete, die im Zentrum des vorliegenden Programms steht und – es sei gleich gesagt – wohl den besten Teil der gesamten Veröffentlichung für sich beanspruchen darf, weil sie immmerhin eine Novität im Rahmen des ansonsten sehr mäßigen Live-Mitschnitts darstellt.

Harbison bemüht sich nach eigenen Worten stets darum, „jedes Stück anders zu gestalten als die übrigen”, hat dieses nicht eben originelle Credo aber offenkundig nur auf seine eigenen Werke bezogen, denn so unabhängig, wie er es wohl gern hätte, ist seine Sinfonie nicht. Zu Beginn des ersten Abschnitts gibt sie sich wie ein salonfein gestriegelter Jón Leifs, am Ende schnuppert man einigen Minimalismus und zwischendurch fährt sich die Musik einige Male in nostalgischen Verklärungen fest, die einem schon in manchen Sätzen von David Diamond und einigen seiner Zeitgenossen begegnet sind. Nicht neu ist fernerhin die Gesamtanlage, deren fünf pausenlos aufeinanderfolgende Abschnitte mit ähnlichen Steigerungen auseinander hervorgehen wie das Jean Sibelius in seiner fünften Sinfonie vorgeführt hat.

Die Sprache ist freilich eine ganz andere und über weite Strecken eine durchaus packende, wobei sich das schroffere Vokabular des dritten und des fünften Teils (militante bzw. esuberante) unmittelbarer mitteilen als das an zweiter Stelle stehende nostalgico oder das recht unterkühlte appassionato, das vor dem Schlußteil ein wenig einknickt. Mag sein, daß ein bißchen mehr „Dampf” der Aufführung gut bekommen hätte; in jedem Fall aber leidet das Dokument unter derselben störenden Klangregie, die auch die beiden andern Stücke des Programms erheblich beeinträchtigt: Bei aller Liebe zum Schlagzeug halte ich Gershwins Cuban Overture nicht für einen Vorläufer des Konzerts für Baslertrommel von Rolf Liebermann, und auch die immerhin mit einigem Verständnis für die Stimmschichtungen musizierte Sinfonie vermittelt das Gefühl, man habe auf den Sesseln des Chores einen preiswerten Platz gefunden.

Am Ende das ceterum censeo zur Beiheft-Ausstattung, die sich – von den werkspezifischen Texten abgesehen – gegenüber dem Mitschnitt der Gurrelieder, den ich vor einigen Monaten zu begutachten hatte, nicht verändert hat.

Rasmus van Rijn [03.12.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Georges Gershwin
1Cuban Ouverture
John Harbison
2Sinfonie Nr. 3
Charles Ives
3Sinfonie Nr. 2

Interpreten der Einspielung

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