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CD-Besprechung

Weihnachten am Dresdner Hof

Christmas at the Court of Dresden

Weihnachten am Dresdner Hof

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 27.12.04

Carus 83.169

1 CD • 77min • 2004

Auf dieser CD sind Stücke versammelt, die zu ihrer Entstehungszeit in den Weihnachtsgottesdiensten der katholischen Dresdner Hofkirche erklungen sind. Es handelt sich aber nicht um die Rekonstruktion eines bestimmten Ereignisses, sondern darum, die liturgische Funktion der einzelnen Werke zu verdeutlichen. Dies ist ein redliches und musikhistorisch interessantes Projekt, über dessen Einzelheiten das Beiheft detailliert und nachvollziehbar Auskunft erteilt.

Die Berücksichtigung der liturgischen Reihenfolge bringt es mit sich, daß das schwächste Stück am Anfang dieser CD steht. Zwar hat das anonyme, von Johann Georg Schürer mit einer Orchesterbegleitung bereicherte Invitatorium Christus natus est einige hübsche Einfälle, die an den Beginn von Pergolesis Stabat mater erinnern; doch dann kommt nichts mehr, und das Stück zieht sich arg in die Länge. Man sollte aber nicht voreilig aufgeben, denn Johann David Heinichens komprimiertes Te Deum bietet schon eine Menge guter Musik, und die mehr als halbstündige Messa per il Santissimo Natale von Giovanni Alberto Ristori (1692–1753) ist eine echte Entdeckung, die unter anderem die Sakralwerke Zelenkas in einem neuen Licht erscheinen läßt.

Der Körnerscher Sing-Verein und das Dresdner Instrumental-Concert werden allen Werken mit einer tadellosen Intonation, einem weichen, aber transparenten Chorklang und einer geschmeidigen Orchesterartikulation vollauf gerecht. Alles läuft im besten Sinne routiniert und mit Sinn für das Wesentliche, das Peter Kopp deutlich, aber nicht übertrieben herausarbeitet. Insofern fügt sich diese Aufnahme nicht nur hinsichtlich des Repertoires, sondern auch interpretatorisch gut in die Reihe jener verdienstvollen Carus-Aufnahmen ein, welche die Nischen der Dresdner Hofmusik beleuchtet. Nimmt man nun die teils gefälligen, teils von Leidenschaft glühenden Werke von Heinichen und Ristori als den Standard des damaligen Geschmacks, dann versteht man auch, warum Bach mit dem ersten Teil seiner h-Moll-Messe in Dresden keinen durchschlagenden Erfolg erzielte.

Dr. Matthias Hengelbrock [27.12.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Seger Praeludium c-Moll
2 J.G. Schürer Christus natus est (Invitatorium mit Psalm 94)
3 Jesu redemptor omnium (Hymnus)
4 J.D. Heinichen Pastorale A-Dur (Per la notte della Nativitate Christi)
5 Te Deum für Soli, Chor und Orchester
6 G.A. Ristori Messa per il Santissimo Natale für Soli, Chor und Orchester
7 Motetto pastorale für Soli, Chor und Orchester

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Christine Wolff Sopran
Britta Schwarz Alt
Martin Petzold Tenor
Körnerscher Sing-Verein Chor
Dresdner Instrumental-Concert Orchester
Peter Kopp Dirigent
 
83.169;4009350831698

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