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CD-Besprechung

Accent ACC 24164

1 CD • 57min • P 2004

12.01.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Auch ohne die entsprechende Notiz in der Biographie wäre man leicht darauf gekommen, daß Thomas Fey stark von Nikolaus Harnoncourt beeinflußt ist: Der übertriebene Kontrast von Staccato und Legato, die breit ausgewalzten und crescendierten Auftakte und das unvermeidliche Binden von Wechselnoten sind Marotten des Altmeisters, die vor dreißig Jahren mit einer gewissen pädagogischen Notwendigkeit gerechtfertigt werden konnten, heutzutage aber obsolet sind, da sie zum Teil auf historischen Mißverständnissen basieren. Fey bürstet seinen Händel kräftig gegen den Strich, entfachte eine unruhige, stürmische Atmosphäre und gibt den Concerti grossi keinen Raum, sich selbst zu entfalten. Mit dieser Bemerkung soll nicht etwa Schönfärberei und Oberflächlichkeit das Wort geredet werden. Doch man fragt sich, ob ein Komponist wie Händel solch gespielte Aufregung nötig hat, ob seine Größe sich nicht mit einfacheren Mitteln deutlicher zeigen ließe.

Das Ensemble La Passione spielt auf Barockinstrumenten und setzt sich zum Teil aus Mitgliedern der Heidelberger Sinfoniker zusammen. Über die genaue Besetzung erfährt man ebensowenig wie über die Namen der vier Solisten. Dem Foto nach zu urteilen spielt das Ensemble in einer Streicherbesetzung von 4-4-3-2-1, eine Vermutung, der das Klangbild nicht widerspricht. Auffällig ist, daß das Concertino nicht am ersten Pult des Orchesters, sondern separat von diesem auf der rechten Seite plaziert ist – genauso, wie es seinerzeit Harnoncourt gemacht hat. In spieltechnischer Hinsicht ist La Passione dem alten Concentus musicus Wien aber deutlich überlegen, und die komfortabel resonante Akustik der alten Hirschberger Synagoge macht die Ecken und Kanten der Interpretation zumindest erträglich. Irritiert bleibt man dennoch darüber, daß auf einem so besonderen Label wie Accent, welches bisher mit Künstlern wie Sigiswald und Barthold Kuijken, Robert Kohnen, Marcel Ponseele oder Roel Dieltiens der Inbegriff musikalischer Sensibilität war, nun ein so hemdsärmliger, bisweilen sogar ruppiger Stil Einzug hält.

Dr. Matthias Hengelbrock [12.01.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Georg Friedrich Händel
1Concerto grosso D-Dur op. 6 Nr. 5 HWV 323
2Concerto grosso g-Moll op. 6 Nr. 6 HWV 324 (Feuerwerksmusik)
3Concerto grosso d-Moll op. 6 Nr. 10 HWV 328
4Concerto grosso h-Moll op. 6 Nr. 12 HWV 330

Interpreten der Einspielung

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