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CD-Besprechung

OehmsClassics OC 505

2 CD • 1h 51min • 2003

04.11.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Nachdem sie die als maßstäblich geltende Decca-Aufnahme von Herzog Blaubarts Burg (1965) mit Walter Berry und Christa Ludwig gehört hatte, soll die damals in Wien wirkende ungarische Sopranistin Esther Rééthy gesagt haben: „Daß der Berry singt, habe ich gleich gehört, nur welche Sprache er singt, ist mir nicht klar geworden!ì Was sie wohl zu dieser Münchner (konzertanten) Aufführung gesagt hätte? Auch wenn man den Text mitliest (der im Beiheft leider nicht abgedruckt ist!), hat man Schwierigkeiten, dem Ablauf zu folgen. Sicher sind nur wenige deutsche Musikfreunde des Ungarischen mächtig, doch ob ein Text Sinn übermittelt oder stur phonetisch eingepaukt wurde, hört man sofort. Leider bleiben die beiden Protagonisten auch in musikalischer Hinsicht dem Werk einiges schuldig.

John Tomlinson hat den Blaubart schon acht Jahre zuvor unter Bernard Haitink bei EMI aufgenommen. Mittlerweile klingt die Stimme des alten Bayreuther Haudegens aber ziemlich abgesungen. Mit stumpfen und oft wackelnden Höhen kämpft er sich durch die Partie, zu einer wirklichen Rollengestaltung kann es unter diesen Voraussetzungen nicht kommen. Seine junge Partnerin Kremena Dilcheva, unlängst als Galuppis „Diavolessaì bei cpo positiv aufgefallen, hat im Augenblick weder die vokale noch die gestalterische Statur für eine Rolle wie Judith, sie sollte vorerst bei Mozart und der Musik des Settecento bleiben. Wenn James Levine mit den Münchner Philharmonikern richtig „aufdrehtì, haben die Sänger nicht mehr viel zu melden. Der Dirigent neigt hier, wie auch bei anderem Repertoire, zum Grandiosen, zur klanglichen Opulenz und vernachlässigt die fahlen, düsteren Klangfraben dieses Nachtstücks.

Auch bei der Suite Der wunderbare Mandarin, Bartóks Antwort auf Strawinskys Le sacre du printemps, bevorzugt Levine den opulenten, gestylten Klang und vermeidet die Schroffheiten, wo es geht. Das Orchester spielt auf höchstem Niveau, was die Ovationen erklärt. Etwas enttäuschend fällt auch die Wiedergabe des 3. Klavierkonzerts aus. Hier hätte man sich vorstellen können, daß der 23jährige amerikanische Pianist Jonathan Biss und sein Dirigent die amerikanischen Impressionen des ungarischen Exilanten herausarbeiten würden (quasi als „Klavierkonzert aus der Neuen Weltì), doch sie richten sich bequem in einem Romantizismus ein, der oft in die Grenze des Süßlichen gerät.

Ekkehard Pluta [04.11.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Béla Bartók
1Herzog Blaubarts Burg op. 11 Sz 48
2Konzert Nr. 3 Sz 119 für Klavier und Orchester
3Der wunderbare Mandarin op. 19 Sz 73 (Konzertsuite)

Interpreten der Einspielung

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