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CD-Besprechung

Warner Classics 2564 61434-2

1 CD • 71min • 2004

19.10.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Auch unter Dirigenten spricht sich herum, wie es scheint, was für ein wunderbares Stück die fünfte Sinfonie von Glasunow ist. Nun hat sich auch José Serebrier des Werkes angenommen, das lange Zeit irgendwo zwischen Tschaikowsky, Rachmaninoff und Schostakowitsch ein für Kenner völlig unverständliches Schattendasein gefristet hat. Serebrier legt angemessene Ernsthaftigkeit und Hingabe an den Tag – doch scheint mir das Stück hier im Endergebnis zu sehr auf virtuosen Zauber hingebürstet. Russische Schwere weicht französischer Raffinesse: Über die Griffigkeit des Scherzo-Anfangs mit den kantigen Holzbläser- und Glöckchensoli eilt Serebrier flüchtig hinweg. Das Finale wird dramatisch aufgepeppt und vorangetrieben, klingt hier beinahe schon nach Rachmaninoff oder Prokofieff. Doch dadurch bleibt den mitunter drastischen Kontrasten in diesen beiden Sätzen oft nicht genug Entfaltungsspielraum, um beim Hörer hängenzubleiben. Serebrier schwebte offenbar eine eher schlanke Eleganz vor, die dem ersten und dritten Satz besser bekommt, insbesondere den lyrisch aufblühenden Passagen wie der Einleitung zum Kopfsatz.

Trotz mancher Unzulänglichkeit bleibt mir die alte Einspielung unter Roshdestwenski in musikalischen Details nachdrücklicher in Erinnerung (Melodyia MCD 101). Ich könnte mir allerdings vorstellen, daß Serebriers flüssiges Konzept in einem Raum mit trockener Akustik eher aufgeht. Meinem Eindruck nach wurde hier bei der Nachbearbeitung unangemessen viel Hall hinzugefügt. Der Gesamtklang wirkt dadurch eher quecksilbrig als russisch-golden. Besser zur Wirkung kommt das sensualistisch instrumentierte, fast an Respighi erinnernde Jahreszeiten-Ballett, das sich hier von seinen verführerischsten Seiten zeigt. Unausrottbar sind im Royal Scottish National Orchestra offenbar die Unschärfen in der Holz- und Blechbläserintonation, die mir in Produktionen der letzten zehn Jahre für unterschiedliche Label und unter verschiedenen Dirigenten immer wieder negativ aufgefallen sind.

Dr. Benjamin G. Cohrs [19.10.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Alexander Glasunow
1Sinfonie Nr. 5 B-Dur op. 55
2Die Jahreszeiten op. 67

Interpreten der Einspielung

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