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CD-Besprechung

Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 9 D-Dur

OehmsClassics 2 CD OC 503

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 02.08.04

OehmsClassics OC 503

2 CD • 1h 34min • 1999

So erfreulich geriet dieser Live-Mitschnitt von Mahlers Neunter, daß man über die Helden-verehrende Aufmachung (Documents of the Munich Years) mitsamt Antrittsapplaus gern hinwegsieht. Levine ist seit langen Jahren mit Mahler bestens vertraut; hier hatte er zwei Sternstunden. Erfreulicherweise wagte er mit den Münchner Philharmonikern sogar die selbst bei Sergiu Celibidache verpönte, alte „deutsche“ Aufstellung mit antiphonalen ersten und zweiten Violinen (auch wenn dies im Münchner Gasteig nicht ungefährlich ist). Dadurch kommt ein wesentliches Element der Sinfonie deutlich heraus, auf das viele Dirigenten bei der herkömmlichen „amerikanischen“ Aufstellung verzichten müssen: In der neunten Sinfonie beginnen die ersten drei Sätze mit dem Gesangsthema in der zweiten Violine, also von der „verkehrten“ Seite; erst im Adagio-Finale werden beide Violingruppen als Ausdruck einer utopischen „Neuen Welt“ miteinander vereinigt. Man könnte Levine allenfalls vorwerfen, daß er die langsamen Tempi allzusehr auskostet; mit 93 Minuten Spieldauer übertrifft Levine meine Favoriten Horenstein (Music & Arts 785, 80’31) und sogar Bernstein (DGG, 82’22) bei weitem. Das mag teilweise aber auch durch die Akustik des großen Raumes bedingt sein, wie schon die Gasteig-Mitschnitte unter Celibidache zeigten. Besonders die Burleske leidet unter diesem gebremsten Tempo; Bernstein hatte in seinem unvergeßlichen Live-Mitschnitt mit den Berliner Philharmonikern 1979 die groteske Bedrohlichkeit dieser Karikatur des „modernen Menschen“ in einer Drastik beschrieben, die vielleicht nicht noch einmal zu erreichen, geschweige denn zu übertreffen ist. Dafür versöhnt der bis ans Ende durchgehaltene Spannungsbogen des hier zweiunddreißigeinhalb Minuten dauernden Schluß-Adagios mit kammermusikalischen Passagen von intimster Zerbrechlichkeit. Insgesamt ist diese Aufführung unter Levine unbedingt empfehlenswert und von einem Niveau, das die Einspielung unter meine persönlichen Top Five plaziert.

Dr. Benjamin G. Cohrs [02.08.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Mahler Sinfonie Nr. 9 D-Dur

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Münchner Philharmoniker Orchester
James Levine Dirigent
 
OC 503;4260034865037

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