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CD-Besprechung

Supraphon SU 3787-2

1 CD • 54min • 1988, 1991

23.07.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Mit seiner D-Dur-Messe Opus 86 aus dem Jahre 1887 hat Dvorák entgegen den eigenen und entgegen anderen romantischen Großbesetzungen seiner Zeit ein kirchenmusikalisch praktikables Werk für den liturgischen Gebrauch kleinerer Chöre, Kirchen und Gemeinden komponiert. Er selber bekennt sich zu diesem Auftragswerk für die Einweihung einer Schlosskapelle mit den Worten, „dass ich die Arbeit glücklich vollendet habe und mich aufrichtig über das Ergebnis freue“. Statt des Orchesters reduziert sich hier die Originalpartitur – entgegen einer später erweiterten Druckveröffentlichung auf Wunsch des Verlegers – auf die angemessene, einfühlsame und stilistisch absolut „richtige“ Begleitfunktion einer Orgel, und an die Stelle eines überdimensionierten Konzertchores ist die Transparenz eines kammermusikalischen Vokalsatzes im Wechsel von Solo- und Tutti-Sängern getreten.

Dem tschechischen Meister, dem die Musikwelt in diesem Jahre 2004 anlässlich des 100. Todestages international huldigt, ist dennoch der bewunderungswürdige „Dreisprung“ von böhmischem Kolorit, religiösem Bekenntnis und bildhafter Textdeutung gelungen. Damit wird das Werk zu einer besonderen Kostbarkeit erhoben. Daß sich solcher Aufgabe die Prager Interpreten in exemplarischer Weise stellen würden, war zu erwarten. Allenfalls die Sängerschar des Philharmonischen Chores Prag führt im Block der opulent besetzten Männerstimmen (rechter Aufnahmekanal) gelegentlich zu einem leicht rauh wirkenden Klanghintergrund, der vermutlich auf akustische Interferenzen – die nicht zu Lasten der Mikrophontechnik gehen – zurückzuführen sein dürfte. Für eine einwandfreie Wiedergabequalität bürgen daher die üblicherweise viel anfälligeren hohen Sopranlagen, die hier jedoch mit brillanter Reinheit zu vernehmen sind.

Als führende tschechische Produktionsfirma war Supraphon daher gut beraten, die vorliegenden Einspielung von 1988 als würdigen Beitrag zum Dvorák-Jahr erneut in ihr Programm aufzunehmen und damit das spezielle kirchenmusikalische Verdienst ihres berühmten Repräsentanten böhmischer Nationalromantik in Erinnerung zu rufen. Die ergänzenden, ebenfalls liturgischen Sologesänge Opus 19 verleihen der Edition als Katalograritäten ein zusätzliches Gewicht. Leider wurde versäumt, die weniger bekannten, lateinischen Textvorlagen dem viersprachigen Beiheft (englisch, deutsch, französisch, tschechisch) beizufügen.

Dr. Gerhard Pätzig [23.07.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Antonín Dvořák
1Messe D-Dur op. 86
2Ave Maria
3Hymnus ad Laudes in festo Sanctissimae Trinitatis B. 82 für Alt und Orgel (1878)
4Ave maris stella
5O sanctissima op. 19a B. 95b für Alt, Bariton und Orgel (1879)

Interpreten der Einspielung

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