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CD-Besprechung

Georg Philipp Telemann Complete Violin Concertos Vol. 1

cpo 999 900-2

1 CD • 59min • 2002

15.06.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Telemann ist berühmt dafür, Konzerte für seinerzeit sehr moderne oder außergewöhnliche Instrumente, oft auch in singulären Kombinationen, geschrieben zu haben. Von seinen rund 25 Violinkonzerten hört man hingegen recht wenig, vielleicht weil sie sich nicht so klar kategorisieren lassen wie die entsprechenden Werke von Vivaldi, Tartini oder Locatelli. Hinzu kommt, daß Telemann seine Konzerte, im Gegensatz zur Kammermusik, nie in Sechser- oder Zwölferzyklen veröffentlicht hat; als Einzelwerke erregten sie aber nicht solches Interesse wie die eingangs genannten „modernen“ Stücke.

Im ersten Teil ihrer Gesamtaufnahme stellt Elizabeth Wallfisch die ganze Bandbreite vor, die von einem gut fünfminütigen Minikonzert (TWV 51:D10) bis hin zu einem veritablen Orchesterwerk reicht, bei dem die Violine nur gelegentlich solistisch hervortritt. Einige Stücke blicken klar nach Italien, andere „riechen nach Frankreich“, wie Telemann selbst feststellt. Das L’Orfeo Barockorchester unterstreicht diese Vielfalt, indem es in einigen Stücken Holzbläser colla parte mitlaufen läßt. Eine interpretatorische Besonderheit ist der Einsatz eines Hackbrettes („Salterio“) in der Continuogruppe, worüber man im CD-Kommentar gerne Genaueres erfahren hätte, da dies doch eher eine süd- als mittel- oder gar norddeutsche Spezialität ist.

Elizabeth Wallfisch geht Telemanns Violinkonzerte mit großer Verve an, und das österreichische Ensemble folgt ihr mit leidenschaftlichem Impetus. Die einzelne Phrase bekommt dadurch eine dezidierte, manchmal auch etwas straffe Geste; die weite Linie und die Versenkung in den klanglichen Augenblick treten demgegenüber in den Hintergrund. Es ist merkwürdig: Obwohl die Interpreten technisch und musikalisch alles „richtig“ machen, will der begeisternde Funken nicht überspringen. Vielleicht ist doch das Telemannsche Idiom, diese einzigartige Verbindung von Erhabenheit und Intimität, nicht genau getroffen. Der Verstand sagt, daß hier ein wichtiges, verdienstvolles Projekt begonnen wurde; das Gefühl wünscht sich einen Interpretationsansatz, indem das Weltmännische dieser Musik entspannter zum Ausdruck kommt.

Dr. Matthias Hengelbrock [15.06.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Georg Philipp Telemann
1Violinkonzert C-Dur TWV 51:C2
2Violinkonzert G-Dur TWV 51:G8
3Violinkonzert e-Moll TWV 51:E3
4Violinkonzert D-Dur TWV 51:D9
5Violinkonzert E-Dur TWV 51:E2
6Violinkonzert F-Dur TWV 51:F2
7Violinkonzert D-Dur TWV 51:D10

Interpreten der Einspielung

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