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CD-Besprechung

Die Familie Bach
Gerritt Zitterbart erzählt und spielt auf verschiedenen Tasteninstrumenten

Die Familie Bach<br />Gerritt Zitterbart erzählt und spielt auf verschiedenen Tasteninstrumenten

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 5

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 21.06.04

Edition Ohrwurm 1

1 CD • 65min • [P] 2004

Mit seinen Kinderkonzerten will Gerrit Zitterbart schon heute das Publikum von morgen für klassische Musik gewinnen. Ein ungemein wichtiges Unterfangen, für das der der Pianist des renommierten Abegg-Trios hohe Anerkennung verdient. Es liegt in der Natur der Sache, dass Kinderkonzerte spontan gestaltet werden müssen, stets im Dialog mit den kleinen Zuhörern, um auf die unberechenbaren Reaktionen sinnvoll eingehen zu können. So etwas gewissermaßen als Trockenkurs im Studio zu produzieren ist sehr schwierig, wie auf der ersten CD der „Edition Ohrwurm“ deutlich wird.

Zitterbart stellt zum einen die bekanntesten Mitglieder der Bach-Familie vor: Johann Sebastian und seine Söhne Wilhelm Friedemann, Carl Philipp Emanuel, Johann Christoph Friedrich und Johann Christian sowie „Onkel“ Johann Bernhard (ein Vetter zweiten Grades des Thomaskantors). Zum anderen sollen die Kinder neben dem modernen Steinway-Flügel auch das Cembalo, das Clavichord und das Fortepiano kennenlernen. Eine didaktisch richtige Entscheidung ist, vom Bekannten zum Unbekannten zu schreiten, weswegen Zitterbart beispielsweise das erste Präludium aus dem Wohltemperierten Klavier erst auf dem Steinway, dann auf einem Cembalo spielt. Auch bei der Erklärung kompositionstechnischer Phänomene geht er methodisch richtig vor, etwa wenn er den Stile luthé kindgerecht mit dem Bild einführt, es werde ein Kuchenteig umgerührt. Insgesamt ist Zitterbarts Tonfall aber arg betulich, stets belehrend und manchmal etwas anbiedernd ("Das war aber flott! Da fliegt man ja beinahe aus der Kurve beim Spielen!"); ob Kinder das wirklich interessant und unterhaltsam finden, bleibe dahingestellt.

Die Auswahl der Stücke ist gut, da sie von den "Hits" ausgeht, die man im Alltag oft hört (Aria der Goldberg-Variationen, Menuett aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach, die erste Invention usw.). Das Thema der Variationen über Ah, vous dirai-je, maman werden die Kinder übrigens als Morgen kommt der Weihnachtsmann bzw. Alle meine Entchen wiedererkennen. Einmal mehr merkt man, daß Zitterbart sich bei seinem didaktischen Konzept etwas gedacht hat.

Die musikalische Interpretation spielt bei einem solchen Projekt wohl eine geringere Rolle. Indes wird deutlich, daß der Pianist mit dem modernen Steinway wesentlich besser umgehen kann als mit historischen Instrumenten. Die gesprochenen Passagen sind tontechnisch nicht optimal eingefangen, im Beiheft gibt es einige Umgereimtheiten zu verzeichnen. Gut gemeint ist diese Produktion allemal. Ob sie auch wirklich gut ist, können nur Kinder beurteilen.

Dr. Matthias Hengelbrock [21.06.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Präludium Nr. 10 cis-Moll
2 Invention Nr. 1 C-Dur BWV 772
3 Invention Nr. 8 F-Dur BWV 779
4 Musette D-Dur BWV Anh. 126
5 Menuett G-Dur BWV Anh. 114 (Chr. Petzold)
6 C.Ph.E. Bach Marche D-Dur
7 J.B. Bach Ciacona G-Dur
8 W.Fr. Bach Sonate D-Dur
9 C.Ph.E. Bach Solfeggietto c-Moll
10 J.Chr.Fr. Bach Ah, vous dirai-je, maman G-Dur (Variationen)
11 J.Chr. Bach Klaviersonate D-Dur op. 5 Nr. 2 (1765)
12 J.S. Bach Goldberg-Variationen BWV 988
13 Französische Suite Nr. 5 G-Dur BWV 816
14 Partita Nr. 1 B-Dur BWV 825

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Gerrit Zitterbart Cembalo, Clavichord, Hammerflügel, Klavier
 
1;4012652000013

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