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CD-Besprechung

Heinrich Ignaz Franz Biber: Harmonia artificiosa-ariosa (7 Triosonaten, 1696 - Partia I d-Moll, Partia II h-Moll, Partia III A-Dur, Partia IV Es-Dur, Partia V g-Moll, Partia VI D-Dur, Partia VII c-Moll)

DGA 2 CD 474 965-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 5

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 5

Besprechung: 22.07.04

DGA 474 965-2

2 CD • 1h 38min • 2003

Bibers Harmonia artificiosa-ariosa, eine Sammlung von sieben Partiten für zwei Melodieinstrumente und Basso continuo, bietet in komprimierter Form die Möglichkeit, virtuos zu zeigen, was man als Geiger alles kann. Man muß neben der normalen Geige noch den Violino piccolo, die Bratsche und die Viola d’amore spielen können, man muß die Skordatur beherrschen, bei der die Musik anders notiert wird, als sie klingt, weil das Instrument nicht die Normalstimmung ausweist, und man muß im Dialog der beiden Oberstimmen von der klassischen Rollenverteilung absehen können, weil die Stimmen völlig gleichrangig behandelt werden und sich ständig durchkreuzen. Für einen so klugen Kopf wie Reinhard Goebel ist das eine dankbare Herausforderung, und wenn er nach eigener Aussage dreißig Jahre über den Partituren gebrütet hat, überrascht es nicht, daß er sie wirklich durchdrungen und aufregende Details gefunden hat.

Doch aller intellektuellen Perfektion zum Trotz hinterlässt seine Aufnahme dieses Meisterwerks einen unbefriedigenden Eindruck. Alles wird dem Hörer in massivem forte und sattem sostenuto um die Ohren gehauen, die Intensität der Töne wirkt übertrieben, die Musik atmet nicht und hat keinen natürlichen Schwung. Diese Tendenz ist bei Musica Antiqua Köln schon seit einigen Jahren mit Besorgnis zu verzeichnen und wirkt im vorliegenden Falle geradezu fanatisch. Goebel scheint sich unbedingt von einer Mittelmäßigkeit, die er in einem Interview einmal als wahre Katastrophe bezeichnet hat, absetzen zu wollen, verliert dabei aber das rechte Augenmaß, welches auch für einen Ausnahmekünstler immer noch eine Kardinaltugend ist. Spieltechnisch sind die Vergleichseinspielungen des Purcell Quartet (Chandos) und des kanadischen Ensembles Tafelmusik (Sony) vielleicht nicht so spektakulär; beide haben aber etwas, was der Neuproduktion völlig fehlt: gewinnenden Charme und Liebenswürdigkeit.

Dr. Matthias Hengelbrock [22.07.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 H.I.F.  Biber Harmonia artificiosa-ariosa (7 Triosonaten, 1696 - Partia I d-Moll, Partia II h-Moll, Partia III A-Dur, Partia IV Es-Dur, Partia V g-Moll, Partia VI D-Dur, Partia VII c-Moll)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Reinhard Goebel Violine
Stefan Schardt Violine
Karlheinz Steeb Viola
Klaus-Dieter Brandt Violoncello
Léon Berben Cembalo
 
474 965-2;0028947496526

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