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CD-Besprechung

A. Dvořák • P. Tschaikowsky

Supraphon 1 CD SU 3709-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 24.03.04

Supraphon SU 3709-2

1 CD • 70min • 2003

In zwei im besten Sinne musikantischen Live-Mitschnitten präsentiert sich der junge tschechische Shootingstar Pavel Sporcl einmal mehr als vielseitiger Geigenvirtuose. Freilich sind die Euphemismen des Booklets (und auch all die vielen Posing-Bilder des Geigers) für mich etwas zu viel des Guten. Sporcl ist zweifellos ein sympathischer, sehr ernsthafter Künstler und großer technischer Könner, aber aus seinem Spiel auf dieser CD spricht zumindest meinem Eindruck nach keine so überragende Persönlichkeit, dass die Lobeshymnen des Beihefts („Talent wie einmal in hundert Jahren“) gerechtfertigt wirken würden. Es gibt international einige ausgezeichnete Geiger, die in derselben Liga spielen wie Sporcl. Von einem jungen Zukerman beispielsweise (wie in dessen phänomenalem Deutschland-Debüt mit Tschaikowsky unter Rafael Kubelik in München; Audite 95490) wäre Sporcl doch weiter entfernt als etwa der junge Sergey Khachatryan, der soeben eine phänomenale Einspielung des Sibelius-Konzertes vorgelegt hat (Naive V4959).

Die von Sporcl auf zwei verschiedenen Instrumenten musizierten, 2001 und 2003 im akustisch dankbaren Prager Rudolfinum aufgenommenen Repertoire-Perlen kommen recht unspektakulär daher. Das Dvorák-Konzert wirkt eher teutonisch als böhmisch, es wird recht geradlinig und wenig differenziert musiziert; insbesondere das Finale wirkt ein wenig zu angestrengt. Das betrifft sowohl den Solisten wie auch Orchester und Dirigent. Jiri Belohlavek zeigt bei Tschaikowsky, dass er weit differenzierter zu begleiten und Binnenstrukturen auszuloten versteht als Ashkenazy: Der Kopfsatz kommt zwar nicht recht vom Fleck, doch die angenehm schlicht fließende Canzonette und das von Sporcl entwickelte Brio im Finale lassen die CD zu einem genussvollen Ende kommen. Zumindest wirken beide Werke nicht so bieder-lustlos gespielt wie dies häufig geschieht – und das ist schon viel. Was den besonderen Charme dieser Einspielung ausmacht, ist ihre unprätentiöse Natürlichkeit und Frische.

Dr. Benjamin G. Cohrs [24.03.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Dvořák Violinkonzert a-Moll op. 53 B. 108
2 P. Tschaikowsky Konzert D-Dur op. 35 für Violine und Orchester

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Pavel Sporcl Violine
Tschechisches Philharmonisches Orchester Orchester
Vladimir Ashkenazy Dirigent
Jirí Bélohlávek Dirigent
 
SU 3709-2;0099925370923

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