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CD-Besprechung

EMI 5 57486 2

1 CD • 59min • 2002

12.01.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Die altbewährte Kombination: die beiden a-Moll-Konzerte von Grieg und Schumann! Claudio Arrau, Sviatoslav Richter, Radu Lupu, Arturo Benedetti Michelangeli, Walter Gieseking, Stephen Bishop, Géza Anda und andere mehr haben diese Kombination favorisiert (oder ihre Produzenten, man weiß das ja aus der Ferne nie so genau...). Nun kommt der Norweger Leif Ove Andsnes, unterstützt von ersten Kräften des aktuellen Musiklebens – nämlich den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Mariss Jansons –, und es ist im Fall des Grieg-Konzerts nun wirklich ein Heimspiel für ihn. Wir alle, die wir seinen schönen, ehrlichen Lebensweg als Euro-medialen Wettbewerbsgewinner, als Solist, als Kammermusiker, als Festivalregisseur im südnorwegischen Risör, aber auch ganz einfach als liebenswerten, bescheidenen, gleichsam unschuldig genialen Musikus verfolgt haben, wir alle können uns ausrechnen, wie sorgfältig, wie beherrscht und trotzdem temperamentvoll Andsnes die hellen und die dunklen, die Fjord-verwundenen und die bergeshohen Passagen „seines“ Grieg-Konzerts durchmessen wird. Jansons und die Berliner Philharmoniker bereiten ihm eine ideale akustische Landschaft, heben sein plastisches, niemals ausrastendes Spiel in die jeweils angesagte und angesungene Umgebung. Es ist ein musikalisches Geben und Nehmen, wie man es sich freundschaftlicher, der Sache untergeordneter kaum denken kann.

Allerdings – und da möchte ich vor allem an die verschiedenen Einspielungen mit Richter und Cziffra verweisen – fehlt es in der letzten rhythmisch-tänzerischen Entfaltung des Finalsatzes an sozusagen kontrollierter Verrücktheit. Doch sollte man von einem Interpreten nicht mehr fordern, als es sein Temperament und seine Kinderstube erlaubt.

Das Schumann-Konzert wurde für diese Edition live produtziert. Es ist in allen Fragen der Spannung, der motivischen und durchführungspsychologischen Klarheit besser gelungen als ich es von einer Andsnes-Tournee mit einem dem Rang nach niederen Orchester erlebt habe. Eine saubere, wohltemperierte, niemals glühende Vorführung auf der klanglich schlanken, schnittigen Seite. Anders gesagt: die Interpreten büßen für den Umstand, daß in diesem Bereich schon Vieles, ja fast Ales schon gesagt worden ist. Ein Blick in die Diskographie mit unzähligen Einspielungen sollte allen kommenden CD-Produzenten des Schumann-Klavierkonzerts zumindest zur Nachdenklichkeit bewegen.

Peter Cossé † [12.01.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Edvard Grieg
1Klavierkonzert a-Moll op. 16
Robert Schumann
2Konzert a-Moll op. 54 für Klavier und Orchester

Interpreten der Einspielung

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