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CD-Besprechung

François Couperin – Keyboard music 1

Hyperion CDA67440

1 CD • 74min • 2002

11.08.2003

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 5

Bevor ich diese CD in die Hände nahm, hatte ich schon Gutes über sie gehört und gelesen. So nahm ich mir vor, keinen ideologischen Grundsatzstreit darüber vom Zaun zu brechen, ob man Couperin auf einem Steinway spielen darf, sondern dem Ansinnen einer unbestritten bedeutenden und gewissenhaften Pianistin mit dem nötigen Respekt zu begegnen. Was mir jedoch vom ersten Ton dieser CD an Unbehagen bereitete, war nicht etwa der Klang des modernen Konzertflügels, sondern seine Intonation. Wer Couperin auf einem Cembalo kennengelernt und seitdem fünfundzwanzig Jahre lang nicht anders als in ungleichschwebender oder gar mitteltöniger Stimmung gehört hat, dem tut es nun in den Ohren weh: Alle großen Terzen sind hier zu hoch, alle kleinen zu tief, keine Quinte stimmt. Dabei lebt doch gerade Couperins Musik von den Spannungen und Entspannungen, welche die verschiedenen Charakteristiken der einzelnen Tonarten ausmachen.

Zurück zum guten Vorsatz: Der morderne Steinway hat zweifellos kantable Qualitäten, die auch Couperins Stücken zugute kommen. Und Angela Hewitt gelingt es, auf diesem Instrument einerseits zu singen, anderseits Strukturen zu verdeutlichen. Hier spielen die Verzierungen eine wichtige Rolle, und im sehr ausführlichen Beiheft dokumentiert die Pianistin, daß sie sich mit diesem Themenkomplex gründlich befaßt hat. Indes kann nicht überhört werden, daß sie, bedingt durch die Schwerfälligkeit der modernen Mechanik, an vielen Stellen mauscheln muß, wo das Cembalo gestochen scharf artikulieren würde. Und so wird die berühmte Passacaille des Huitième Ordre partiell zum pianistischen Debakel.

Vielleicht kann diese Aufnahme – zwei weitere sollen folgen – denjenigen Pianisten, die das Cembalo nicht mögen und Couperin für zu artifiziell halten, eine Ahnung davon vermitteln, daß es sich lohnt, in diese ganz eigene Welt der Musik für Tasteninstrumente einzutauchen. Wer allerdings in dieser Welt bereits zuhause ist, für den bedeutet diese CD eine starke Verflachung, und zwar nicht aus Gründen mangelnder historischer Korrektheit, sondern schlichtweg aus dem Grund, daß hier nur ein Teil dessen hörbar wird, was an harmonischem und artikulatorischem Raffinement in dieser Musik steckt.

Dr. Matthias Hengelbrock [11.08.2003]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
François Couperin
1Pièces de Clavecin
2Dix-huitième Ordre
3Huitième Ordre

Interpreten der Einspielung

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