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CD-Besprechung

L' étoile – French Arias

L’ étoile – French Arias

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 23.07.03

Teldec 8573 87193-2

1 CD • 63min • 2001

Das Verdienst dieses Arien-Recitals ist vor allem, dass es fast ausschließlich Repertoire-Raritäten enthält, die gar nicht oder höchstens einmal im CD-Katalog enthalten sind, so etwa Zerlina von Auber, Sappho von Gounod, Cendrillon von Massenet, bis hin zur titelgebenden Operette L’étoile von Chabrier. Dass es fast durchweg Opern aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind, entstanden zwischen 1846 und 1911, liegt daran, dass der dramatische Mezzosopran als Hauptfigur (im Gegensatz zum Koloraturmezzo der Belcanto-Ära) erst eine relativ späte Entdeckung des Musiktheaters ist. Vor allem durch Verdis Kreationen für diese Stimmlage – Azucena, Ulrica, Preziosilla, Eboli, Amneris – wurde deren späteren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Weg geebnet: als Hosenrolle (Mignon, Nicklausse/Muse in Les contes d’Hoffmann, Lazuli in L’étoile), als Femme fatale (Dalila, Concepcion in L’heure espagnole), als tragisch Liebende (Sappho, Charlotte in Werther, Marguérite in La damnation de Faust, Didon in Les Troyens). Für die Sängerin ist dies eine ebenso reizvolle wie schwierige Aufgabe, gesanglich und auch darstellerisch.

Die stimmlich-gesangliche Herausforderung meistert Jennifer Larmore mit Bravour. Die überbordenden Koloraturen der Zerline sind für sie kein Problem, auch nicht der melodische Schmelz von Dalilas glühenden Liebesbekundungen oder die weiten Legatobögen von Mignons sehnsuchtsvoller Erinnerung an die Heimat. Doch bei allem Wohllaut von Larmores volltönendem, sahnig klingendem Mezzo, bei aller gesangstechnischen Sicherheit ihres Singens stellt sich mit wachsender Dauer dieses Recitals der Eindruck von Gleichförmigkeit ein, von kühler Glätte, ja von Gesichtslosigkeit. Jennifer Larmore findet viel zu wenig Ausdrucksmöglichkeiten um die vielen wechselnden Gesichter dieser ganz verschiedenen Frauen stimmlich zum Leben zu erwecken und von einander deutlich abzuheben; es fehlt ihr jene essentielle Gabe, die man „face in the voice“ genannt hat. Jennifer Larmore ist eine glänzende Sängerin und vorzügliche Stimmtechnikerin, aber eine uninspirierte Erzählerin. Da hilft auch die engagierte Begleitung durch das von Bertrand de Billy geleitete Radio Symphonieorchester Wien wenig.

Kurt Malisch † [23.07.2003]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Offenbach Vois sous l'archet frémissant (aus: Les contes d'Hoffmann)
2 J. Massenet Enfin, je suis ici (aus: Cendrillon)
3 D.Fr.E. Auber O Palerme! O Sicile! (aus: )
4 C. Saint-Saëns Mon coeur s'ouvre à ta voix (Arie der Dalila - aus: Samson et Dalila)
5 H. Berlioz Ah! Ah! Je vais mourir - Adieu, fière cité (Didon - aus: Les Troyens)
6 J. Massenet Va! Laisse couler mes larmes (Arie der Charlotte - aus: Werther)
7 Ch. Gounod Ô ma lyre immortelle (Sapho - aus: Sapho)
8 H. Berlioz D' amour l'ardente flamme (Marguerite - aus: La damnation de Faust)
9 M. Ravel Oh! la pitoyable aventure (aus: L' heure espagnole)
10 A. Thomas Connais-tu le pays (Mignon - aus: Mignon)
11 A.E. Chabrier Je suis Lazuli (aus: L' etoile)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Jennifer Larmore Mezzosopran
Wiener Konzertchor Chor
Radio Symphonieorchester Wien Orchester
Bertrand de Billy Dirigent
 
8573 87193-2;0685738719327

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