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CD-Besprechung

Marco Polo 8.225044

1 CD • 73min • 1994

07.08.2002

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Wie so oft ist auch hier das Motto einer Publikation – wohl aus Platz- und Darstellungsgründen – etwas unscharf. Zwar handelt es sich bei Alexander Paleys Franck-Programm in der Hauptsache um Transkriptionen, doch eröffnet wird diese bereits acht Jahre alte (zurückgehaltene?) Aufnahme von einem Originalklavierwerk, dem für Francks Schaffen und Ansehen bedeutenden Dreiteiler Prélude, Chorale et Fugue. Ginge es einzig und allein um diese Programmnummer, dann müsste man der gestalterischen Gerechtigkeit halber Vorsicht walten lassen, denn Paley gelingt es in den weiten melodischen Bögen, in den großzügig arpeggierten Monokulturen der Choral-Exhibitionismen und schon gar nicht in den Kompressionen des Fugen-Finales an waghalsige, schwärmerische, ja im besten Sinne verrückte, meinetwegen auch kühl-geglättete Platten- und Love-Darbietungen etwa von Afanassiev, Shukov, Sokolov, Richter oder Ciccolini anzuknüpfen – gar nicht erst zu reden von den französischen Autoritäten alter und neuer Schule von Cortot bis hin zu den Jüngeren. Der entschiedene und beträchtliche Gesamtwert dieser Edition begründet sich jedoch aus der Tatsache, dass Paley sich die lohenswerte Mühe gemacht hat, Cortots umsichtige, auch in der solistischen Vereinzelung noch kammermusikalische Version der Violinsonate einzustudieren, ein Standardwerk, das sich sehr wohl einmal zur Freistellung eines geigerischen Arbeitsplatzes eignet, weil ja das flirrende, im Virtuosen hochpotente, im Lyrischen sehr Notturno-verdächtige Pianonetzwerk schon in der musikalischen Dialogfuntion einen ganz Mann, bzw. eine ganze Frau erfordert.

Hörenswert in dieser Zusammenstellung auch Harold Bauers Adaption der Grünland-, Sonnen- und Glockenstudie, Pastorale op. 19, die im Konzertsaal noch seltener beachtet wird als Bauers kluge, massvolle Übertragung der dreiteilig ausgerufenen, in Wahrheit aber vierteilig konzipierten Prélude, Fugue et Variation-Kombination. Paley lässt sich hier nichts an Flüssigkeit und akzentuierender Einkehr zuschulden kommen, wenngleich bei dieser Gelegenheit einmal mehr zu bedauern ist, dass sich Alexis Weissenberg (oder seine Firma EMI) in seinen/ihren besten Tagen nicht entschliessen konnten/wollten, dieses Prunkstück im Repertoire des Pianisten aufzunehmen.

Peter Cossé † [07.08.2002]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
César Franck
1Prélude, Chorale et Fugue h-Moll FWV 21
2Prélude, Fugue et Variation op. 18 (Transkr. für Klavier: Harold Bauer)
3Pastorale op. 19 (Transkr. für Klavier: Harold Bauer)
4Sonate A-Dur für Violine und Klavier (Transkr. für Klavier allein: Alfred Cortot)

Interpreten der Einspielung

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