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CD-Besprechung

Hilary Hahn

Brahms • Stravinsky

Violin Concertos

Hilary Hahn

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 18.01.02

Klassik Heute
Empfehlung

Sony Classical SK 89649

1 CD • 62min • 2001

So persönlich, einfühlsam und voller Leidenschaft wie der Beihefttext dieser Aufnahme, der von Hilary Hahn stammt, ist auch das Spiel der Geigerin. Die eher ungewöhnliche Kopplung der Konzerte von Brahms und Strawinsky begründet sie mit persönlichen wie auch musikalischen Motiven. Darüber hinaus hat die Zusammenstellung den Effekt, daß im Gefolge des bekannten Brahms-Konzertes auch das selten gespielte Werk Strawinskys Aufmerksamkeit erfährt. Und des Interesses, ja des Enthusiasmus ist diese CD mehr als wert. Wie auch schon bei Hilary Hahns vorigen Aufnahmen bin ich hingerissen von der Natürlichkeit ihres Spiels, dem keine technischen Grenzen gesetzt zu sein scheinen, und einer intelligenten, hochbewußten Musikalität, die mühelos weite Bögen spannen kann. Hilary Hahn ergreift nie die Gelegenheit, virtuose Passagen als solche auszumusizieren, noch auch verliert sie sich in der Poesie etwa im Tranquillo des ersten Satzes. Ihr Legato ist zum Träumen, aber immer ohne Sentimentalität. Die magische Schönheit, in welcher sich Brahms' Konzert hier zeigt, ist Resultat einer perfekten Balance und vollkommen organischen Darstellung. Schon der Beginn des Geigenparts des ersten Satzes zeigt die Entschiedenheit, die Kraft der Geigerin, aber auch jene Übersicht, die am Anfang bereits das Ende im Auge hat.

Letzten Endes scheint die großartige Aufführung Hilary Hahns zu beruhen auf einem unbestechlichen Sinn für Zeit, für das richtige Tempo. Strawinskys Violinkonzert macht klar, daß auch ihr rhythmisches Empfinden punktgenau ist. Das brillante, ironische Artikulieren der Solovioline wird klanglich und musikalisch vollkommen in das Orchester integriert, geht spontan und sensibel auf die Bemerkungen der begleitenden Instrumente ein, ist Partner, Anführer und Widerpart. Das Orchester unter Neville Marriner liefert eine der Solistin ebenbürtige brillante Leistung, im allerbesten Sinne geschmackvoll, wohlklingend, gelöst, klanglich nie zu dick (Brahms) oder zu grell (Strawinsky). Es wäre unpassend, von der Academy of St. Martin in the Fields als reinem Begleitorchester zu sprechen oder von Neville Marriner als Routinier am Pult. Alles andere als das, wie man hier eindrucksvoll hören kann.

Dr. Sören Meyer-Eller [18.01.2002]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Brahms Konzert D-Dur op. 77 für Violine und Orchester
2 I. Strawinsky Violinkonzert D-Dur

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Hilary Hahn Violine
Academy of St. Martin in the Fields Orchester
Sir Neville Marriner Dirigent
 
SK 89649;5099708964924

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