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CD-Besprechung

Max Reger

Die gesamte Kammermusik von Reger

Max Reger

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 01.10.01

Da Camera Magna Ca 77 500

23 CD • 25h 20min • 1967-1973

Es ist erfreulich, wenn die bislang einzige Gesamtdarstellung der Kammermusikwerke Max Regers auch auf CD erhältlich ist. Vieles aus diesem schillernden, der Tradition nachhorchenden, in die Zukunft pragmatisierenden, zuweilen etwas schwitzend daherkommenden, dann aber auch überraschend schlank, ja einfach klingenden Nachlaß ist der Mehrheit der Musikfreunde ja immer noch eher dem Namen nach ein Begriff. Etliche - und darunter nicht nur unwichtige - Titel haben noch immer nicht das Licht einer konzertgeübten Repertoirewelt erblickt. An einer Problematik kommt man aber auch hier nicht vorbei, denn sie trifft den anspruchsvollen Hörer an der wohl empfindlichsten Seite. Es geht um das gestalterische, oft leider auch um das rein instrumentale Niveau einiger Einspielungen. Schon in den 70er Jahren waren die auf mehrere gewichtige LP-Kassetten verteilten Kammermusik- und Klavierwerke zu kritisieren. Denn so manches aus den Händen etwa des Pianisten Richard Laugs oder der Geiger Stanley Weiner und Sándor Károlyi - ganz zu schweigen von den biederen Vorführungen der Wallfisch-Familie - genügte damals wie heute allenfalls hausmusikalischen, dokumentarischen Zwecken. In dieser Hinsicht gilt es besonders vor der Folge 4 zu warnen, wo sich der an sich tüchtige Philipp Naegele im Klaviertrio op. 2 mit dem Duo Ernst und Lory Wallfisch gleichsam gute Nacht wünscht. Dort schlägt sich auch im umfangreichen Beiprogramm der Bratscher Ernst Wallfisch mit den drei Solosonaten op. 131d herum. Solche und andere künstlerische Halbheiten vor allem im Bereich des Regerschen Miniaturenkatalogs gilt es zu tolerieren, dafür erhält man mit dem Cellisten Zoltán Racz eine völlig zu Recht mit dem Edison-Preis ausgezeichnete Aufnahme der Solosuiten op. 131c. Zu den starken Momenten und Sequenzen dieser Edition zählen auch die Einspielung des c-Moll-Klavierquintetts (o.op.) mit Kurt Seibert und dem Wührer-Quartett sowie all jene Wiedergaben mit dem seinerzeit stark gefragten Duo Gerhard Mantel (Cello) und Erika Frieser (Klavier). Als LP-Einzelveröffentlichungen gehörten diese Reger-Aufnahmen zum umfangreichen, in vielen Fällen literarisch äußerst mutigen Katalog dieser Formation.

Wenn man beim Erwerb der 23 CDs davon ausgeht, eine Reger-Übersicht diesen Formats und dieser gestalterischen Wecheslhaftigkeit vor allem als akustisches Nachschlagwerk benutzen zu wollen, dann ist dem Herausgeber der Vorwurf nicht zu ersparen, in dieser Richtung wenig hilfreich gewesen zu sein. Es fehlt ein gesondertes Beiheft mit einer Werk- und Interpretendatei. Mühsam muß man CD für CD herausziehen, um sich an ein gewünschtes Stück heranzutasten. Dennoch: trotz dieser Einschränkungen darf man das Projekt als musikkulturelle Initiative loben und all jenen empfehlen, die die Fülle von Regers kammermusikalischen Arbeiten zur Hand haben möchten.

Peter Cossé † [01.10.2001]

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Dieter Klöcker Klarinette
Rudolf Gall Klarinette
Erich Keller Violine
Heinrich Ziehe Violine
Franz Schessl Viola
Max Braun Violoncello
Peter Schmalfuss Klavier
Hoppstock-Trio Ensemble
Keller Quartett Ensemble
Tel-Aviv-Quartett Ensemble
 
Ca 77 500;4011563775003

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