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CD-Besprechung

Nightingale Classics NC190209-2

2 CD • 2h 03min • 1998

01.05.2001

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Nun ist Edita Gruberova für Nightingale auch noch in die Robe der dritten Tudor-Königin Donizettis geschlüpft: Nach Anna Bolena und Elisabetta in Roberto Devereux jetzt also die dank Schillers Tragödie als geschichtliche Figur so populäre Maria Stuarda, die bekanntlich von der soeben erwähnten Elisabeth I. von England aus Eifersucht aufs Schafott geschickt wurde. Obwohl ihr vom Komponisten keine extreme Bravour-Partie vorgegeben wurde, tut die in ihrem Fach noch immer führende Primadonna diesen Schritt mit großer Oberzeugungskraft und ungeschmälerter stimmlicher Kompetenz. Es finden sich genügend Gelegenheiten zu exakten Läufen und wundervollen piani, zu kraftvollen Spitzentönen und vielgestaltiger Ornamentik, um die schon legendäre Virtuosität Edita Gruberovas zu veranschaulichen. Im Zuge einer ständig kontrollierten und raffiniert regulierten Dynamik gelingen ihr auch schwierigste Vorhaben wie spielerisch (Live-Aufnahme!). Substanzvoller als früher oft wird die Basis-Lage durchmessen, was sich im Parlando und natürlich in manchen Konfrontationen positiv auswirkt. Die ganze Spannweite der Ausdruckskraft ortet man zwischen der wachsenden Aggression im Gespräch der Rivalinnen und Marias teilnahmsvollerem Abschiednehmen (CD 2, Tr. 15-17).

Durch ihren dunklen, beweglichen Mezzo gut von Maria unterscheidbar, verpflichtet sich Carmen Oprisanu musikalischer Genauigkeit und einer maßvollen dramatischen Attacke. Nimmt man vergleichend Maß an der unvergessenen Eileen Farrell in der oft gerühmten EMI-Einspielung mit Aldo Ceccato (1971), könnte die Königin noch mehr aus sich herausgehen. Insgesamt bietet Carmen Oprisanu aber eine ausgewogene, niveauvolle Leistung. Octavio Arèvalo gibt mit schlankem, in der oberen Lage manchmal metallischem, manchmal gedecktem Tenor einen jugendlichen, leidenschaftlichen Leicester, ohne aber expansive Stimm-Mittel einsetzen zu können. In mäßiger Lage gelingt ihm durchaus auch eine funktionierende Mezzavoce; extreme Höhe wird nicht gefordert. Die beiden tiefen Männerstimmen, dem bösen Geist Elisabettas (Cecil) und dem warmherzigen Parteigänger Marias (Talbot) zugehörig, dürften erst vor zwei Jahren das Stadium einer kultivierten Frühreife erreicht haben. Marcello Viotti stellt sich von Beginn an auf eine drängende Gangart ein und ist um rhythmische Exaktheit bemüht. In den passenden dramatischen Ausdruck investiert der Dirigent viel Energie. Sein Orchester durchmißt auch die vielen lyrischen Passagen durchaus respektabel und kultiviert; den Leistungs-Level der Primadonna erreicht es allerdings nicht.

Hermann Schönegger [01.05.2001]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Gaetano Donizetti
1Maria Stuarda

Interpreten der Einspielung

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