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CD-Besprechung

C. Saint-Saëns

RCA 2 CD 74321 77747 2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 4

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 01.05.01

RCA 74321 77747 2

2 CD • 2h 06min • 1990, 1993

Mittlerweile hat sich Camille Saint-Saëns vom Image des Ein-Werk-Komponisten gelöst: Man weiß und würdigt allgemein, daß er außer dem Karneval der Tiere auch anderes, Substantielleres geschrieben hat - und daß er außerdem keineswegs bloß der trockene Akademiker war, als den ihn namentlich die eigenen Landsleute noch zu Lebzeiten abtaten. Die vorliegende Doppel-CD bemüht sich des weiteren darum, Saint-Saëns' Interesse an der Literatur im allgemeinen (und dem Werk Victor Hugos im besonderen) sowie auch seine sehr individuelle Interpretation von sakraler Kunst hörbar und verständlich zu machen. Dabei begegnet man Werken, die hierzulande (noch) kaum jemand kennt.

Zum Beispiel der Kantate La Lyre et la Harpe, einem Stück, in dem - bezeichnend für die Einstellung des Komponisten, die er mit dem Dichter Hugo teilt - Allegorien des Heidnischen und des Jüdisch-Christlichen so lange miteinander streiten, bis sie zu dem Schluß gelangen, daß sich am Ende jeder selbst seinen eigenen Werte-Kanon zusammenstellen sollte. Das orchestrale und vokale Geschehen ist effektvoll um klangliche und thematische Kontraste herum gewoben, und weil Nonkonformismus zu Saint-Saëns' Credo gehört, kann man sich im sinnlichen Tanz des heidnisch Apollinischen ebenso zu Hause fühlen wie in der Kontrapunktik der sakralen Welt, die hier weniger streng und eng gesehen denn in Anführungszeichen gesetzt wird. Von feiner (Selbst-)Ironie durchzogen ist Die Kunst, Großvater zu sein (L'Art d'Etre Grand-Père). Und Le Déluge ("Die Sintflut") ist - ganz gleich, ob man sie nun als Oratorium versteht oder doch eher als sinfonisches Drama - ein enorm wirkungsvolles und thematisch geradezu durchgestyltes Werk. Ähnliches gilt für die Vertonung des Hugo-Gedichtes La Finacée du Timbalier, das allerdings unendlich traurig endet (zwei Tote). Wie ein kleines Aperçu steht das Orchester-Notturno La Nuit am Ende - und ist doch weit mehr als das: nämlich ein Musterbeispiel dafür, wie durchsichtig, wie "klassisch" und wie farbsensibel Camille Saint-Saëns komponieren konnte.

Das Orchestre National d'Ile de France läßt davon zwar nicht alles, aber doch eine ganze Menge hör- und spürbar werden.

Susanne Benda [01.05.2001]

Bechsteinkonzert

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 C. Saint-Saëns La Lyre et la Harpe
2 L' art d'être Grand-Père
3 Mélodies
4 La Déluge
5 La fiancée du Timbalier
6 La nuit

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Natalie Dessay Sopran
Françoise Pollet
Orchestre National d'Ile de France Orchester
Jacques Mercier Dirigent
 
74321 77747 2;0743217774721

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