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CD-Besprechung

H. Villa-Lobos

Hyperion 1 CD CDA67176

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 01.11.00

Klassik Heute
Empfehlung

Hyperion CDA67176

1 CD • 64min • 1999

Ruft man sich die Plattenaufnahmen des kanadischen Pianisten Marc-André Hamelin ins Gedächtnis, so wird nicht nur deutlich, daß dieser bewundernswert fähige, aber auch entschieden eigenwillige Künstler das klassische und romantische Standardrepertoire gemieden, oder zumindest unberührt gelassen hat (sieht man einmal vom langsamen Satz des Beethovenschen c-Moll-Konzerts in der Alkan-Soloversion ab). Man hat auch erlebt, mit welcher Umsicht, Energie und zuweilen auch mit welcher Entdeckerfreude man CD-Projekte programmieren kann: sämtliche Scriabin- und Medtner-Sonaten, Unerhörtes von Kapustin, Busonis schier abendfüllendes Klavierkonzert oder jüngst die Chopin-Etüden in den abenteuerlichen Arrangements von Godowsky! Aber auch die hier vorliegenden Villa-Lobos-Einspielungen folgen nicht unbedingt einem pianistischen Herdentrieb, denn wer schon von den bedeutenden Klaviermeistern der letzten Jahrzehnte hat sich der – immerhin lohnenden – Mühe unterzogen, die gleichsam rohdiamantene, pianistisch unbequeme, erst in letzter Konsequenz dankbare Rudepoema-(Ver-) Dichtung ernsthaft in Erwägung zu ziehen? Auch Arthur Rubinstein wollte oder konnte sich nicht für dieses auf Hartherzigkeit und versteckter Zärtlichkeit, auf Schroffheit und ungemütlicher Lyrik aufgebaute, ja aufgetürmte Brasilien-Epos erwärmen. Er hielt es mit den hübschen, turbulenten Kinderszenen, denen Hamelin mit großem Ernst hinter die musikalischen Schliche kommt, als handelte es sich nicht um eine Folge von Zugabenangeboten, sondern tatsächlich um kleine psychologische Skizzen vor einem exotischen musikethnologischen Hintergrund. In diesem Fall bereiten sie den Hörer auf die wundersame Rauheit des Rudepoema vor, zeigen die spielerische und dichterische Bandbreite eines Komponisten, den es in seiner ganzen ästhetischen Vielfältigkeit erst noch zu entdecken gilt. Hamelins Aufnahmen möchte ich bei dieser reizvollen Aufgabe als eine der wichtigsten Hilfen des gesamten Katalogs bezeichnen.

Peter Cossé [01.11.2000]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 H. Villa-Lobos As três Marias für Klavier
2 Prole do Bebê Nr. 1 (acht Stücke, 1918)
3 Prole do Bebê Nr. 2 für Klavier (zehn Stücke, 1921)
4 Rudepoêma

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Marc-André Hamelin Klavier
 
CDA67176;0034571171760

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