Start der Saison 2018/2019 der Konzertreihe Musica Antiqua Nürnberg
In der neuen Saison 2018/19 wirft die Nürnberger Konzertreihe Musica Antiqua in insgesamt fünf Konzerten einen Blick auf die junge Generation der Originalklang-Bewegung. Das erste Konzert am 11. Oktober im Aufseß-Saal des Germanischen Nationalmuseums wird von Musikern des norwegischen Ensembles Barokksolistene gestaltet, in den darauf folgenden vier Konzerten sind die tschechischen Weltklasse-Sängerin Hana Blažiková, die Schweizer Geigerin Meret Lüthi, die Cembalistin Friederike Chylek und der kanadischen Drehleier-Virtuosin Tobie Miller zu hören.
Vor über 60 Jahren gegründet vom Studio Franken des Bayerischen Rundfunks und dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg (GNM), hat die Konzertreihe Musica Antiqua die Anfänge und den Aufschwung der historischen Aufführungspraxis begleitet und die Protagonisten der Szene dem Nürnberger Publikum vorgestellt.
1. Konzert am 11. Oktober 2018: Barokksolistene
Zum Auftakt verwandelt das norwegische Ensemble Barokksolistene den Aufseß-Saal des GNM in einen englischen Pub. Als im 17. Jahrhundert das Staatsoberhaupt des Commonwealth, der Puritaner Oliver Cromwell, aus religiösen Gründen für einige Jahre die Theater schloss, durfte nur noch in den Tavernen musiziert werden. Barokksolistene beschäftigt sich seit Jahren mit der "Ale House Music" des 17. Jahrhunderts und kombiniert sie bei seinem Konzert in Nürnberg mit Werken des britischen "Klassikers" Henry Purcell.
2. Konzert am 12. November 2018: Hana Blažiková, Ensemble Cordarte
Die vielseitige tschechische Sopranistin Hana Blažiková, die sich ebenso mit mittelalterlicher Musik beschäftigt wie mit den großen Sopranpartien des Barock und der Wiener Klassik, holt zusammen mit dem Ensemble Cordarte die deutsche Kantate des 17. Jahrhunderts zurück. Komponisten wie Johann Schop und Samuel Capricornus gehören zu den Pionieren der Gattung, Dietrich Buxtehude und Johann Pachelbel führten die Kantate zur Blüte.
3. Konzert am 23. Januar 2019: Les Passions de l’Ame, Meret Lüthi
Das Schweizer Barockorchester "Les Passions de l’Ame" unter der Leitung der Violinistin Meret Lüthi widmet sich Werken für mehrere Solisten von Bach, Telemann, Zelenka und Vivaldi – Werken von multiplizierter Virtuosität und mit extrem breit aufgefächertem Klangspektrum. In diesen Werken steht nicht nur ein Solist dem Orchester gegenüber, sondern viele. Sie konkurrieren mit dem vollen Klang des Tuttis ebenso wie untereinander und sind gerade deswegen zu besonderem Farbenreichtum fähig. Dieses Konzert wird in Kooperation mit der Hochschule für Musik Nürnberg veranstaltet.
4. Konzert am 13. März 2019: Friederike Chylik
Friederike Chelyk widmet sich in ihrem Konzert der Tastenmusik des englischen Komponisten William Byrd auf einem Instrument aus der Sammlung historischer Musikinstrumente des GNM. William Byrd war einer der bedeutendsten Komponisten der Shakespeare-Zeit. Neben seiner geistlichen Musik setzte er vor allem mit seinen Stücken für Tasteninstrumente Maßstäbe – sein Spektrum reichte von virtuosen Fantasien bis hin zu spritzigen Tänzen.
5. Konzert am 1. Mai 2019: Ensemble Danguy, Tobie Miller
Die Drehleier wird meist mit fahrenden Musikern und Bänkelsängern oder der ländlich-bäuerlichen Volksmusik früherer Jahrhunderte in Verbindung gebracht. Doch gab es auch eine Periode, in der die Drehleier zum Lieblingsinstrument der adeligen Salons avancierte: Im Frankreich des 18. Jahrhunderts idealisierte man alles Ländliche und Bäuerliche als Kontrast zum reglementierten und gekünstelten Hofleben. Einen kurzen Augenblick der Musikgeschichte stand die Drehleier also im Rampenlicht der Kunstmusik. Diesen Augenblick lässt die Kanadierin Tobie Miller mit ihrem Ensemble Danguy wiederaufleben.
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