Gasteig-Inventar wird versteigert
Start der öffentlichen Online-Versteigerung heute
Die Vorbereitungen für die Generalsanierung des Gasteig nehmen im Oktober 2026 Fahrt auf: Das Haus mit seinen mehr als 90.000 Quadratmetern Fläche wird ausgeräumt, die Technik zurückgebaut. Auch sämtliche Anschlüsse für Fernwärme, Strom, Wasser, Gas und Telekommunikation werden stillgelegt. „Erhalten statt abreißen“ lautet beim Gasteig die Devise der Münchner Raumentwicklungsgesellschaft (MRG). Die Tochtergesellschaft der Stadt München ist Bauherrin der Sanierung. Nachhaltigkeit stand bei den Umbau-Planungen von Beginn an im Fokus. „80% der Gebäudesubstanz bleiben erhalten“, sagt MRG-Geschäftsführer Benedikt Schwering. „Das spart 40.000 Tonnen CO2. So viel, wie in 1,25 Millionen Quadratmeter Wald gespeichert sind.“
„Re-Use-Konzept“
Deshalb startet gleichzeitig mit dem Rückbau ein so genanntes „Re-Use-Konzept“: Im ersten Schritt wird nach dem Umbau so viel wie möglich im Gasteig selbst wiederverwendet. Ziegelsteine werden beispielsweise ausgebaut, um Schadstoffe zu beseitigen, zwischengelagert und später erneut verbaut. Ein Teil der Stühle wird ausgebaut, neu gepolstert und wieder eingebaut. Handläufe werden poliert und weitergenutzt. Auch die große Orgel der Philharmonie wird aufwendig aus- und in einigen Jahren wieder eingebaut.
Gemeinsam mit einem Beratungs- und Forschungsunternehmen für nachhaltige Entwicklung erfasst und bewertet die MRG in einem zweiten Schritt das Inventar, das übrigbleibt und anderweitig vergeben werden kann. Trennwände oder Türen kommen beispielsweise stadtinternen Bauvorhaben zugute.
Heute Start der öffentlichen Online-Versteigerung
Im dritten Schritt richtet sich das Re-Use-Konzept an alle: Am 15. Oktober startet auf restlos.com eine öffentliche Online-Versteigerung. Wer Bücherregale sucht oder Bilderrahmen braucht, kann hier fündig werden. Eignet sich die sechseckige Abendkasse aus der Philharmonie nicht als Bar für den Partyraum im heimischen Keller?
Live-Versteigerung im November
Zum Abschluss der Aktion kommen dann bei einer Live-Versteigerung vor Ort im November noch einmal besondere Gasteig-Erinnerungsstücke unter den Hammer: Würde ein roter Sessel aus der Philharmonie nicht gut ins heimische Wohnzimmer passen? Eine Gasteig-Lampe könnte für Retro-Charme über dem Esstisch sorgen. Und echte Gasteig-Fans ersteigern sich vielleicht einzelne Klinkersteine buchstäblich als „ein Stück Gasteig für daheim“.
Startgebote liegen bei 1 Euro
Die Startgebote für die Online-Auktion liegen jeweils bei einem Euro. Der gesamte Gewinn fließt zurück in das Projekt „Sanierung des Gasteig“. Ob online oder direkt vor Ort - alle können mitbieten.
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