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Meldung vom 12.10.2018

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Deutsche Erstaufführung der Oper "Hamlet" in Chemnitz

Am 3. November findet unter der musikalischen Leitung von Gerrit Prießnitz die deutsche Erstaufführung der Oper Hamlet von Franco Faccio und Arrigo Boito an der Oper Chemnitz statt. Die Inszenierung von Regisseur Olivier Tambosi, kreiert für die Bregenzer Festspiele 2016, wurde als sensationelle Opern-Entdeckung gefeiert (weitere Vorstellungen am 18. November um 15.00 Uhr und am 8. Dezember um 19.00 Uhr).

Neben den zahlreichen wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit Shakespeares Hamlet inspirierte die Tragödie auch viele Künstler zu eigenen Adaptionen und Bearbeitungen, darunter Vertonungen wie die Opern von Ambroise Thomas und Francesco Gasparini, Franz Liszt‘ sinfonische Dichtung sowie zeitgenössische musikdramatische Werke. Auch eine italienische Vertonung des Stoffes entstand, die nach einer fulminanten Premiere allerdings durch eine weniger erfolgreiche zweite Inszenierung schnell in Vergessenheit geriet: Franco Faccios und Arrigo Boitos Amleto.

Franco Faccio und Arrigo Boito, Kommilitonen, die in den 1850er Jahren gemeinsam am Mailänder Konservatorium studiert hatten, verfolgten neben verschiedenen politischen Ideen eine Erneuerung der italienischen Musik. Ähnlich wie Wagner strebten sie eine Verbindung zwischen Leben und Kunst bzw. der verschiedenen Künste untereinander an. Als exemplarisches Werk sollte Amleto gelten.

Faccio und Boito hielten sich überwiegend an die Shakespearsche Vorlage, mussten allerdings Straffungen und Streichungen in Handlung und Personage vornehmen, um das Stück für die Anforderungen der Opernbühne vorzubereiten. Musikalisch bietet sich von seelenvollem Pathos über tänzerische Zwischenspiele und elegisch-lyrische Passagen bis hin zu großen Chorszenen die ganze Palette italienischer Opernkunst.

Die Autoren, zur Entstehung des Werkes erst Anfang 20, schufen einen faszinierenden Operntext voll Sensibilität und poetischer Kraft – doch die Zeit schien trotz einer begeisterten Uraufführung 1865 in Genua noch nicht reif zu sein für ein Werk dieser Art. Nach einer zweiten Aufführung 1871 an der Mailänder Scala, bei der der Darsteller des Hamlet aus gesundheitlichen Gründen kaum singen konnte, verschwand es völlig in der Versenkung. Erst 2014 war es erstmalig wieder auf einer Bühne zu sehen – zunächst nur in den USA, zwei Jahre später mit ebenso sensationellem Erfolg in der Inszenierung von Olivier Tambosi bei den Bregenzer Festspielen, die der international gefragte Regisseur nun als Deutsche Erstaufführung auf die Chemnitzer Opernbühne bringen wird.

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