Als eines der bedeutendsten Festivals für Alte Musik in Deutschland sind auch in diesem Jahr einige der gegenwärtig interessantesten Ensembles für Historische Aufführungspraxis zu Gast.
Den programmatischen Höhepunkt bildet 2008 die Uraufführung der Oper „Die Aeolsharfe oder Der Triumph der Musik und Liebe“ des schwäbischen Komponisten Justin Heinrich Knecht (1752-1817). FestivalleiterFrieder Bernius gelingt es damit, ein zentrales Werk (südwest-)deutscher Musikgeschichte erstmals erlebbar zu machen. Die vieraktige Oper gilt als Hauptkomposition Knechts, ist jedoch bisher unaufgeführt. Ein Zerwürfnis des damaligen Hofkapellmeisters mit der Opernintendanz verhinderte 1807 die geplante Premiere in Stuttgart. Mit einer Podiumsdiskussion (19. April) und einem Konzert von Franz Raml mit Psalmen und Orgelwerken (20. April) wird das Portrait des schwäbischen Komponisten ergänzt.
Chor- und Orchesterleiter Frieder Bernius gründete 1987 das Festival Stuttgart Barock. Seit dieser Zeit hat es sich zu einem der bedeutendsten Podien für die neusten Tendenzen Alter Musik deutschlandweit entwickelt. Auch im 21. Jahr seines Bestehens bleibt das Festival damit dem Grundsatz treu, mit eingefahrenen Aufführungstraditionen zu brechen und das Repertoire um wenig oder gar nie Gehörtes zu bereichern.