Einer der erfolgreichsten finnischen Komponisten zwischen den 1960er und den 2000er Jahren war Aulis Sallinen. Geboren 1935 im heute russischen Karelien, studierte er bei Aarre Merikanto und Joonas Kokkonen und schrieb seine ersten gültigen Werke in recht asketischer Faktur nach der Zwölftonmethode, wie hier die kompakt geformte Mauermusik, die mit Melodiefragmenten beginnt, sich zum Höhepunkt verdichtet und danach wieder pulverisiert. Doch hatte Sallinen immer das Bedürfnis, ein weiteres stilistisches Spektrum unter Einbeziehung der Unterhaltungsmusik, wie er sie in seiner Jugend gepflegt hatte, sowie überhaupt von tonalen Elementen – seien es nun klassische und jazzige Akkorde, freitonale Melodien oder der an Sibelius anknüpfende ‚nordische Ton‘, aber auch die Süßlichkeit des Wiener Tons im Gefolge Gustav Mahlers – zu integrieren. Heute, wo er am 9. April 91 Jahre alt wird, schweigt er als Komponist, und das letzte Werk dieser Sammlung, das wundervoll abgeklärte, maximal sparsam zum Hörer sprechende Klaviertrio Visions fugitives, weist im introvertiert rückschauenden Tonfall schon in diese Richtung.
Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz
Ari Rasilainen (Leitung)
Esa Tapani (Horn)
Martin Orraryd (Schlagzeug)
Norrköping Symphony Orchestra
Ari Rasilainen (Leitung)
Jan-Erik Gustafsson (Violoncello)
Jaakko Kuusisto (Violine)
Petteri Salomaa (Barabbas - Bariton)
Juha Kotilainen (Judas - Bariton)
Riikka Rantanen (Die Frau - Mezzosopran)
Mari Palo (Das Mädchen - Sopran)
Topi Lehtipuu (Der junge Mann - Tenor)
Kalle Holmberg (Einer der Zwölf - Erzähler)
Ilpo Masnerus (Flöte)
Michel Lethiec (Klarinette)
Elina Vähälä (Violine)
Arto Noras (Violoncello)
Mika Väyrynen (Akkordeon)
Ari-Pekka Mäenpää (Percussion)
Ralf Gothóni (Klavier)
Virtuosi di Kuhmo
Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.
Mirga Gražinytė-Tyla debütiert bei den Berliner Philharmonikern
Konzerte mit Pianist Emanuel Ax am 16. und 18. April 2026
Mirga Gražinytė-Tyla, Foto: Ben Ealovega
Mit Mieczysław Weinbergs Burattino und das goldene Schlüsselchen: Orchestersuite Nr. 4 op. 55d und Auszügen aus Sergej Prokofjews Romeo und Julia op. 64 wird Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla in den Konzerten vom 16. bis 18. April erstmalig am Pult der Berliner Philharmoniker stehen. Das Programm wird von John Williams‘ Konzert für Klavier und Orchester ergänzt, mit Emanuel Ax als Solist. [09.04.2026]
Marco Medved zum neuen Chordirektor der Deutschen Oper Berlin berufen
Er wird sein Amt im August 2026 als Nachfolger von Jeremy Bines antreten
Marco Medved, Foto: Max Zerrahn
Marco Medved hat die Berufung zum neuen Chordirektor der Deutschen Oper Berlin angenommen hat und wird sein Amt im August 2026 als Nachfolger von Jeremy Bines antreten. Der Mailänder Marco Medved genoss am Konservatorium Giuseppe Verdi eine exzellente Ausbildung in Klavier, Komposition, Chor- und Orchesterleitung, die er mit Auszeichnung abschloss. Seither verfügt er nach Leitungspositionen bei den Tiroler Festspielen Erl, beim National Centre for Performing Arts in Peking, den Festspielen Südtirol von Toblach, den Opern in Köln und Bonn und zuletzt am Teatro Petruzzelli in Bari über breit gefächerte Erfahrungen als Chordirektor im Opernbetrieb. [09.04.2026]
Theatermanagerin Karin Bergmann folgt auf Markus Hinterhäuser
Nachdem Intendant Markus Hinterhäuser nach wochelangem Streit mit dem Festspielkuratorium sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt hatte, übernimmt die Theatermanagerin Karin Bergmann vorläufig bis 2027 die künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele. Die 1953 in Recklnghausen geborene Kulturmanagerin ist eine gute Wahl und bringt reichlich Erfahrung mit. Von 20214 bis 2019 leitete sie als erste Frau erfolgreich das Wiener Burgtheater und war als Schauspielchefin der Salzburger Festspiele im Gespräch. [09.04.2026]
Ältester deutscher Jazz-Preis, zum 46. Mal verliehen
Olga Reznichenko, Foto: Brigitta Kasperaite
Der gemeinsam vom Land Rheinland-Pfalz und dem Südwestrundfunk vergebene SWR Jazzpreis geht 2026 an die Pianistin Olga Reznichenko. Die Preisvergabe findet am 31. Oktober 2026 im Rahmen des Festivals Enjoy Jazz im BASF Gesellschaftshaus in Ludwigshafen statt. In der Jurybegründung heißt es: „Bewegung! Das scheint ein Credo von Olga Reznichenko zu sein. Extrem aktiv und extrem vielseitig gestaltet die Pianistin den Sound des aktuellen Jazz aus Deutschland maßgeblich mit. O.R.T. heißt ihr langjähriges Trio (mit Lorenz Heigenhuber und Maximilian Stadtfeld), man kann sie aber darüber hinaus auch an sehr vielen anderen musikalischen Orten treffen. [09.04.2026]
Auch das Jahr 2025 hat wieder zahlreiche empfehlenswerte Einspielungen hervorgebracht. Alle "CDs der Woche" und alle "Klassik Heute-Empfehlungen" finden Sie aufgelistet unter dem Menüpunkt "Medien -> Empfehlungen". Außerdem haben wir wieder eine Best of-Liste mit 30 Einspielungen des Jahres 2025 zusammengestellt, die unsere Rezensenten persönlich ganz besonders beeindruckt haben - besser geht's nicht!
Le clavecin poétique
Tatjana Vorobjova
MDG 1 CD/SACD stereo/surround 921 2360-6
Zu einer Tour auf die Gipfel der Musik für Cembalo des 17. und der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts macht sich die international gepriesene Solistin Tatjana Vorobjova hier auf und darf sich dabei eines überaus wertvollen Originalcembalos bedienen: Es ist das im Colmarer Musée Unterlinden aufbewahrte „Colmar-Ruckers“, das auf seinem Resonanzboden die Jahreszahl „1624“ trägt und somit kürzlich 400 Jahre alt wurde. Dabei erweist sich die Interpretin ihrem außergewöhnlichen Instrument als absolut ebenbürtig und stellt ihre Stilsicherheit ebenso unter Beweis wie ihr feines Empfinden für die musikalische Tiefe der Cembalomusik zu der Zeit, als die Sololiteratur für Cembalo in höchster Blüte stand.
Ähnlich Messiaens Turangalîla-Symphonie (1946-48) oder Ligetis 1965 entstandenem Requiem war Krzysztof Pendereckis Passio et mors Domini nostri Jesu Christi secundum Lucam von 1962-66 einer der gigantischsten Erfolge unter den großformatigen Avantgarde-Kompositionen der Nachkriegsmoderne.
Sarah Wegener (Sopran)
Lucas Meachem (Bariton)
Matthew Rose (Bass)
Sławomir Holland (Sprecher)
Warsaw Boys Choir
Kraków Philharmonic Choir
Orchestre Symphonique de Montréal
Kent Nagano (Leitung)