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CD-Besprechung

Georg Friedrich Händel: Acis and Galatea HWV 49 (Pastorale in zwei Akten - O the pleasures of the plains, Would you gain the tender creature, Love sounds th' alarm, O Ruddier Than the Cherry)

Erato 2 CD 3984-25505-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 01.01.00

Erato 3984-25505-2

2 CD • 1h 31min • 1998

Händels beliebte Masque Acis and Galatea hat eine komplizierte, bis ins letzte Detail immer noch nicht geklärte Entstehungsgeschichte, über die Winton Dean im Beiheft der vorliegenden Einspielung kundig, wenn auch etwas ungelenk Auskunft ist. Wie bei Erato leider üblich, ist die Übersetzung dieses Textes so schlecht, daß sie bisweilen sogar das genaue Gegenteil des Originals aussagt; der historisch interessierte Hörer sollte also unbedingt die englische Version lesen.

Keine der zur Zeit erhältlichen Aufnahmen läßt das Werk in einer Gestalt erklingen, die einer Aufführung unter Händels Leitung entspricht, und auch William Christie bietet eine Mischfassung: Neu ist, daß die Partie des Damon von einem Frauensopran gesungen wird (bei Händel war es meistens ein Tenor, später auch einmal ein Knabensopran) und daß die Arie Would you gain the tender creature der zusätzlichen Figur Coridon zugewiesen wird (CD 2, Tr. 6; auch hier stiftet das Beiheft mit seinen fehlerhaften Angaben nur Verwirrung). Der erste Akt schließt nach dem Duett von Acis und Galatea mit dem Chor Happy we aus einer späteren Aufführung (CD 1, Tr. 13), allerdings ohne das hierfür ergänzte glockenspielähnliche Carillon. Zu dieser Version von Acis and Galatea gehört eigentlich Cease, Galatea in Form eines Damon-Rezitativs, doch Christie bevorzugt die ältere Chorversion (CD 2, Tr. 14). Von der mutmaßlichen Uraufführung stammt die Idee, die Streicherpartien rein solistisch zu besetzen. Kurzum: In der vorliegenden Einspielung wird keine bestimmte Aufführung Händels rekonstruiert, aber einiges an neuen oder neu besetzten Tönen geboten.

Grundsätzlich fällt an Christies Interpretation auf, daß sie konsequent kammermusikalisch angelegt ist und die Tradition der italienischen (bisweilen auch der französischen) Kantate unterstreicht, von der Händels Werk fraglos beeinflußt war. Dies führt unter anderem zu einem stärkeren Individualismus in der Ariengestaltung, vor allem im Hinblick auf die lyrische Polarität. Hingegen stellen Robert King und John Eliot Gardiner das Stück stärker in die Tradition der englischen Masque, was insbesondere an den Stellen überzeugt, an denen der Aspekt repräsentativer Unterhaltung im Vordergrund steht. Im Vergleich hierzu wirkt Christies Interpretation bisweilen etwas französisch-artifiziell – wenn nicht gar kühl, denn richtige Leidenschaft nimmt man hier nur Paul Agnew als Acis ab, während die übrigen Solisten sich in höchst respektablem Raffinement üben.

Gardiners Aufnahme ist in spieltechnischer Hinsicht überholt – sie war seine erste Einspielung mit historischen Instrumenten. Doch Robert Kings Darstellung schneidet, obwohl im Detail nicht so ausgeklügelt wie Christies, mit einem gesunden, kräftigen Klang, der sehr gut zum Temperament und zum Format des Stückes paßt, insgesamt am besten ab.

Dr. Matthias Hengelbrock [01.01.2000]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G.F. Händel Acis and Galatea HWV 49 (Pastorale in zwei Akten - O the pleasures of the plains, Would you gain the tender creature, Love sounds th' alarm, O Ruddier Than the Cherry)
 
3984-25505-2;0639842550529

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