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CD-Besprechung

Dvořák

Slavonic Dances
Adrienne Soós • Ivo Haag

Prospero PROSP0047

1 CD • 69min • 2021

24.01.2023

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Auf CD sind Antonín Dvořáks Slawische Tänze weitaus häufiger in der vom Komponisten besorgten Instrumentation, denn in der Originalversion für Klavier vierhändig zu finden. Deshalb ist zunächst einmal jede Neueinspielung dieser von der Nationalmusik inspirierten Werke in dieser Besetzung verdienstvoll.

Brahms‘ „Ungarische Tänze“ als Vorbild

Als Johannes Brahms 1877 in der Jury für das Stipendium des k. u. k. Unterrichtsministeriums saß, war er von Dvořáks Klängen aus Mähren derart angetan, dass er sie seinem Verleger Fritz Simrock empfahl. Dieser übernahm sie in sein Programm und regte den Komponisten zu einem Pendant zu den Ungarischen Tänzen mit Tänzen aus Böhmen und Mähren, ebenfalls für Klavier vierhändig, an. Heraus kamen die ersten acht Slawischen Tänze op. 46, denen die Nummern 9 - 16 als op. 72 im Jahre 1888 folgen sollten. Sie stilisieren Tanztypen aus Böhmen, Mähren und der Ukraine zu eleganten und mal melancholischen, mal ausgesprochen temperamentvollen Konzertstücken. An Tänzen finden wir den fetzigen Furiant (1, 8), die kontemplativ-launische Dumka (2, 10, 12), die Polka (3), die einem Ländler ähnliche Sousedská (4, 6, 16), die schnelle gesprungene Skoná – wahrscheinlich von „Schottisch“ abgeleitet – (4, 7, 11), die als Schreittanz beginnende und in einen schnellen Springtanz übergehende Špacirka (13), die Polonaise (14) und den vom Balkan stammenden Kolo (15).

Die Werke sind technisch durchaus anspruchsvoll und erfordern rhythmische Präzision, eine flexible Agogik, souveräne Disposition der klanglichen Parameter und vor allem die Fähigkeit, Melodien ohne perkussive Effekte aussingen zu können.

Interpretation mit Licht und Schatten

Adrienne Soós und Ivo Haag liefern die 16 Stücke technisch gekonnt ab, können aber aufgrund ihres sehr auf Sauberkeit bedachten Spiels nicht durchgehend überzeugen. Da die Melodik sich häufig wiederholt, wirkt eine so präzise Wiedergabe auf die Dauer wenig fesselnd. Auch ist bei ihnen hinsichtlich klanglicher Differenzierung und Sonorität noch Luft nach oben. Schwelgerische Melodiebögen verlieren durch einen zu perkussiven Anschlag an Reiz. Yaara Tal und Andreas Groethuysen spielen die Werke differenzierter, ohne den Stücken allzu viel Folklorismen aufzubürden. Frecher und wirklich tänzerisch empfindend gibt sich das Prague Piano Duo, bei dem man sich des Öfteren beim Mitwippen ertappt. Die Aufnahmetechnik vermittelt ein arg miniaturisiertes Bild eines 280er-Bösendorfers. Der Booklet-Text bietet eine Fülle von Informationen zum Hintergrund.

Vergleichsaufnahmen: Duo Tal Groethuysen (Sony), Prague Piano Duo (Praga).

Thomas Baack [24.01.2023]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Antonín Dvořák
1Slawischer Tanz C-Dur op. 46 Nr. 1 00:03:53
2Slawischer Tanz e-Moll op. 46 Nr. 2 00:04:45
3Slawischer Tanz As-Dur op. 46 Nr. 3 00:04:28
4Slawischer Tanz F-Dur op. 46 Nr. 4 00:06:31
5Slawischer Tanz A-Dur op. 46 Nr. 5 00:03:15
6Slawischer Tanz D-Dur op. 46 Nr. 6 00:04:53
7Slawischer Tanz c-Moll op. 46 Nr. 7 00:03:15
8Slawischer Tanz g-Moll op. 46 Nr. 8 00:04:02
9Slawischer Tanz H-Dur op. 72 Nr. 1 00:04:32
10Slawischer Tanz e-Moll op. 72 Nr. 2 00:04:43
11Slawischer Tanz F-Dur op. 72 Nr. 3 00:03:23
12Slawischer Tanz Des-Dur op. 72 Nr. 4 00:04:59
13Slawischer Tanz b-Moll op. 72 Nr. 5 00:02:32
14Slawischer Tanz B-Dur op. 72 Nr. 6 00:03:50
15Slawischer Tanz C-Dur op. 72 Nr. 7 00:03:28
16Slawischer Tanz As-Dur op. 72 Nr. 8 00:06:10

Interpreten der Einspielung

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