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CD-Besprechung

Aurel Dawidiuk

Liszt | B-A-C-H

Etera T001

1 CD • 56min • 2021

20.11.2022

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Gerade einmal 22 Jahre ist er jung, der Pianist, Cembalist und Organist Aurel Dawidiuk. Bereits in diesem jugendlichen Alter kann er schon auf eine beachtliche Karriere blicken: Nachdem er mit sechs Jahren den Weg zum Klavier fand, war er bereits mit 14 Jahren Jungstudent bei Roland Krüger in Hannover sowie Orgelschüler bei Martin Sander in Detmold. Seitdem hat er in zahlreichen renommierten Sälen weltweit gespielt, unter anderem in der Elbphilharmonie, dem Pierre Boulez Saal Berlin, dem Konzerthaus Dortmund, außerdem in Russland, Nordirland, Frankreich und Österreich. Zahlreich sind auch die Preise, die er gewonnen hat sowie die Stipendien, die er erhielt: Zu nennen seien hier lediglich der Zwickauer Schumann-Wettbewerb, der London Organ Competition, der TONALi-Klavierwettbewerb sowie als Förderer die Jürgen Ponto-Stiftung, die Deutsche Stiftung Musikleben, die Carl Bechstein Stiftung oder auch die Mozart Gesellschaft Dortmund. Seit 2020 nun studiert er in Zürich Orchesterleitung, Klavier und Komposition und wurde bereits 2021 in das Forum Dirigieren des Deutschen Musikrates aufgenommen.

Beachtliches CD-Debüt mit Liszt und Bach

Mit der vorliegenden CD „Liszt | B-A-C-H“ ist nun sein CD-Debüt erschienen. Dass auch dieses beachtlich ausfallen würde, kann man sich aufgrund seines bisherigen Werdegangs bereits denken und überrascht nicht allzusehr. Dawidiuk überzeugt hier nicht nur mit seiner hervorragenden Interpretation, sondern zunächst schon mit der interessanten Konzeptionierung der Aufnahme: Er stellt hier Werke von Franz Liszt und Johann Sebastian Bach einander gegenüber, die auf den ersten Blick recht weit voneinander entfernt scheinen – immerhin liegen zwischen den beiden Komponisten 60 Jahre (ausgehend von Bachs Tod und Liszts Geburt), von den Entwicklungen in der Musik und auch im Instrumentenbau mal ganz abgesehen. Doch mit seiner klugen Aufnahme gelingt es Dawidiuk, die Parallelen der beiden Komponisten herauszustellen: Nicht nur waren die beiden absolute Könner auf den Tastaturen ihrer Zeit und haben ein bedeutsames kompositorisches Œuvre für ihre Instrumente hinterlassen, Dawidiuk stellt auch in den einzelnen Werken seiner Debüt-CD Verbindungen her. So bereits ganz offensichtlich in dem Eröffnungsstück, Liszts Fantasie und Fuge über das Thema B-A-C-H, das einen geradezu aufrüttelnden Beginn darstellt. Mit dem nun folgenden Capriccio sopra la lontananza del fratelleo dilettissimo nimmt der Pianist sich klanglich nun wieder ein wenig zurück. Fein und elegant kommt das Werk daher, das Bach anlässlich des Abschieds seines Bruders geschrieben hat. Zukunftsweisend in ihrer Art sind die Duette BWV 802-805 aus der dritten Clavierübung, die Inventionen in ihrer reinsten Form sind. Die unvollständige Fantasie und Fuge c-Moll BWV 906 erklingt hier mit einer Ergänzung von Dawidiuk selbst. Die beiden Kompositionen von Franz Liszt stellen den Rahmen der Aufnahme dar und so endet diese mit einem weiteren Werk des Komponisten, das sich ebenfalls sehr klar auf Johann Sebastian Bach und sein Schaffen bezieht, den Variationen über Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen. Auch in der inhaltlichen Aussage kann hier eine Parallele gesehen werden, wobei Liszt hier den Tod seiner Tochter verarbeitete, wohingegen sich Bachs „Capriccio“ lediglich auch die Abreise seines Bruders aus dienstlichen Gründen bezog. Und auch hier gelingt es Dawidiuk mühelos, die Waagschale zu finden zwischen Klarheit und Transparenz der Klänge in manchen Abschnitten und einer gewissen Stimmgewalt auf der anderen Seite. Es ist ein ganz beachtliches CD-Debüt, das Aurel Dawidiuk hier vorlegt – auf alles Weitere darf man sich freuen!

Verena Düren [20.11.2022]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Liszt
1Fantasie und Fuge über B-A-C-H S 529 00:13:12
Johann Sebastian Bach
2Capriccio über die Abreise des geliebten Bruders B-Dur BWV 992 00:12:34
8Duetto I e-Moll BWV 802 00:02:31
9Duetto II F-Dur BWV 803 00:02:50
10Duetto III G-Dur BWV 804 00:02:27
11Duetto IV a-Moll BWV 805 00:02:18
12Fantasie und Fuge c-Moll BWV 906 (Fragment; vervollständigt: Aurel Dabidiuk) 00:07:09
Franz Liszt/Leó Weiner
13Variationen über Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen S 180 00:16:09

Interpreten der Einspielung

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