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CD-Besprechung

Hommage à Wolfgang Jacobi

Das Gesamtwerk für Einzelton-Akkordeon

EigenArt 10570

1 CD • 71min • 2018

04.03.2020

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Die große Kirchenorgel und das kleine Akkordeon haben vor allem in einer Hinsicht etwas gemein: Beide Instrumente können ein breitwandiges Klangpanorama erzeugen. So ist schon ohne jede Aufnahmetechnik ein beachtlicher Stereoeffekt da, der sich beim Akkordeon vor allem dort, wo sich die Spielerin bzw. dem Spieler befindet, bündelt. Um diesen Aspekt noch mehr herauszustellen, hat Daniela Grenz ihre aktuelle CD aus speziell dieser Hörperspektive heraus aufgenommen.

Die gebürtige Oberhausenerin widmet sich hier einem Pionier, der als einer der ersten dafür eintrat, die riesigen klanglichen, gestalterischen und expressiven Potenziale des Akkordeons im Konzertleben ernst zu nehmen. Nicht weniger als dessen Gesamtwerk hat Daniela Grenz auf diesem Tonträger eingespielt – und gibt damit eine starke musikalische und vor allem auch klangliche Erfahrung weiter, der man sich kaum entziehen kann!

Bezwingende Tonsprache

Wolfgang Jacobi hat eine bezwingend logische und zugleich aufregend freie Tonsprache gefunden. Er geht in seinen Stücken von alten Vorbildern aus, übernimmt daher auch Satzbezeichnungen aus dem Barock und sogar älteren Stilepochen. Aus einem solchen Nährboden erwächst hier eine unerschöpfliche Frische und Modernität. Daniela Grenz verleiht den oft zyklischen Stücken Jacobis einen pulsierenden rhythmischen Drive, manchmal fast Swing – gleichzeitig geht ihr das Temperament nicht durch, geht es doch um den weiten Klangraum, um filigrane Durchzeichnung, um Nuancierungen in der plastisch durchkonstruierten, gerne polyphonen Tonsprache von Wolfgang Jacobi. Seine Acht Vortragsstücke aus dem Jahr 1970 fallen auf durch ihre Wendungen und Schlussbildungen, die aus der Renaissance kommen, tasten sich dann aber mutig und raffiniert immer weiter in die Moderne vor. Die beeindruckende Transparenz im Spiel von Daniela Grenz schwingt sich zu immer neuen Steigerungen auf, was für frappierende orchestrale Ausbreitung sorgt, ohne dass es dafür einer Erhöhung der Lautstärke bedarf. Ein Tanzstück namens Jota favorisiert eine Sechsachtelfigur und erzeugt Wechselspiele aus Nähe und Ferne. Die Zehn polyphonen Stücke nach Spanischen Volksliedern legen den Reichtum an musikalischen Quellen von Jacobi offen. Ein Divertimento gipfelt in einer vorwärtspreschenden Gigue als Bravourpart. Ebenso zeugen eine Französische Ouvertüre, Sarabande und Allegro von der zeitlosen Gültigkeit alter Formen, die sich unerschöpflich neu variieren lassen – und die dem virtuosen Spiel dieser fabelhaften Akkordeonistin beglückende Nahrung geben!

Stefan Pieper [04.03.2020]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Wolfgang Jacobi
1Acht Vortragsstücke für Akkordeon 00:10:13
2Jota 00:03:27
3Rigaudon 00:03:09
4Zehn polyphone Stücke nach spanischen Volkslieder 00:10:56
5Divertissement pour accordéon 00:22:06
10Französische Ouvertüre 00:04:23
11Sarabande und Allegro 00:05:25
12Musik für Akkordeon 00:10:19

Interpreten der Einspielung

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