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CD-Besprechung

Musica Colonia

Angels Records CD

1 CD • 37min • 2019

25.09.2019

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Die Kölner Pianistin Marie-Luise Hinrichs agiert vorbildhaft, wenn es um einen eigenständigen Wiedererkennungsfaktor geht: Sie bewegt sich vorzugsweise auf wenig bekanntem, oft überraschendem Terrain mit ihrer Repertoireauswahl. Ebenso ruht ihr Spiel auf bemerkenswerte Weise tief in sich selbst. Die Kölnerin scheint damit jedem eitlen „höher, schneller, weiter“ überlegen zu sein.

Da ist es nur folgerichtig, über die reine Interpreten-Rolle hinaus zu wachsen und eigene Musik zu schreiben – so geschehen auf ihrer aktuellen CD. Lyrisch und sehr aufgeräumt, ja fast minimalistisch geht es in den 14 Stücken zu: Hier muss niemand Angst haben, sich zu verzetteln. Damit ihr selbst dies nicht passiert, hat sie das melodische Ausgangsmaterial in kluger Organisation begrenzt und auf wenige, dafür umso präsentere melodische Muster konzentriert. Oder doch reduziert? Melancholisch-liedhaft erzeugt vor allem das Hauptthema ihrer Sonatina Colonia seinen intimen Gesang. In klarer Logik wandelt Marie-Luise Hinrichs Spiel das Vorhandene ab, führt Ableitungen und Variationen ein, stellt differenzierte pianistische Verfahren einander gegenüber. Alles leuchtet subtil, aber blendet doch nie. Ähnlich vollzieht es sich bei einem Thema von Corelli, dass gleich 18 Mal variiert wird. Bei aller erfrischenden Konsequenz dieses Unterfangens, muss aber auch dessen Problematik kritisch benannt werden: Auf die Dauer ist zu viel gleichförmiges Themenmaterial zu statisch präsent. Dadurch entsteht die Gefahr des Eindrucks von „Endlosschleife“, verführt zum Nebenbei-Hören. Hier würde etwas mehr thematische „Geschichtenerzählerei“ ein Wunder bewirken. Dadurch könnte ein stringenterer Spannungsbogen durch die CD tragen, ohne dass das Meditative, welches ja ein Anliegen von Marie-Luise Hinrichts ist, darunter leiden würde. So, wie es ist, wirken die 14 Stücke wie ein imaginärer Soundtrack, vielleicht ähnlich wie bei einem „Minimal-Music“-Filmmusik-Komponisten. Die Stücke wecken zudem die Lust, das Gehörte selbst zu spielen. Vor allem, weil die wahre Größe dieser Pianistin und nun auch Komponistin darin besteht, eben keine beängstigenden spieltechnischen Schwierigkeiten aufzutürmen. Vielleicht werden diese neuen Kompositionen ja auch als Notenedition publiziert.

Stefan Pieper [25.09.2019]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Marie-Luise Hinrichs
1Für Kerstin 00:01:16
2Für Beate 00:01:39
3Sonatina Colonia 00:10:23
7Meditation 00:03:49
8Für Patricia 00:01:24
9Für Inge 00:01:25
10Variationen über ein Thema von Corelli (Thema mit 18 Variationen) 00:10:40
11Für Kicki 00:01:31
12Für Regine 00:00:34
13Für Birgit 00:01:10
14Gesang und Tanz 00:03:38

Interpreten der Einspielung

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