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CD-Besprechung

Tigran Mansurian

Songs and Instrumental Music

Tigran Mansurian

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 23.10.17

Brilliant Classics 95489

1 CD • 69min • 2016

Dies ist Musik, „daraus Tiefsinn und Trauer rinnt wie schwerer Honig aus den hohlen Waben“ (Hugo von Hofmannsthal), schwerblütig und melancholisch. Diese Musik ist etwas für lange Herbstabende mit Kerzenschein und Trauer im Herzen. In den besten Momenten erinnert sie sehr an die Musik von Arvo Pärt.

Tigran Mansurian, 1939 in Beirut geboren, zählt zu den wichtigsten Komponisten armenischer Herkunft. Das Booklet informiert, dass das Gefühl des verlorenen Paradieses, das seine Kindheit im kosmopolitischen Beirut darstellte, die wichtigste Quelle seiner Musik sei. Diese Trauer des „Paradise Lost“ prägt die Musik dieser CD deutlich – und macht sie ein bisschen eintönig im wahrsten Sinne des Wortes. Die acht Canti paralleli auf Texte vier armenischer Dichter besingen unter anderem die verlorene Liebe, den Schnee auf den Bergen und den Herbst. Der klare, herbe und vollblütige Mezzosopran von Mariam Sarkassian passt hervorragend dazu, sie singt mit Herzblut und Passion, das Musica Viva Moscow Chamber Orchestra unter Alexander Rudin begleitet sie ebenso emotionsvoll.

Mehr poetischen Zauber entfaltet das Agnus Dei, in memoriam Oleg Kagan, in derselben Besetzung wie das Quatuor pour la fin du Temps von Olivier Messiaen, das mit zitternder Demut und verlorener Klage diesen Messtext beschreibt. Wie aus weiter Ferne singt die Klarinette das „Miserere“, ein flehentliches Klagelied mit großer Beredsamkeit.

Inhaltlich am bedeutendsten ist das fast 17-minütige Stück mit dem Titel Postludia, in memoriam Oleg Kagan für Klarinette, Cello und Streichorchester. Schabende Dissonanzen, weite Cello-Kantilenen, dazwischen Sternenstaub aus Geigenflimmern und ein Dialog von Cello (Alexander Rudin) und Klarinette (Julian Milkis) charakterisieren diese Erinnerung an Oleg Kagan, die schwankt zwischen tiefsinniger Klage und heftigem Aufbegehren. Hier ist Leonid Kazakov der aufmerksame Dirigent.

Diesen musikalischen „schweren Honig“ wird man nicht oft kosten wollen, aber die CD ist eine gute Gelegenheit, den Komponisten Tigran Mansurian kennzulernen.

Rainer W. Janka [23.10.2017]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 T. Mansurian Song of lost love (aus: Canti paralleli) 00:07:19
2 For the sake of love (aus: Canti paralleli) 00:04:12
3 On the blue lake (aus: Canti paralleli) 00:04:14
4 And one evening (aus: Canti paralleli) 00:03:58
5 My soul (aus: Canti paralleli) 00:04:43
6 It snowed on the mountains (aus: Canti paralleli) 00:04:52
7 Autumn song (aus: Canti paralleli) 00:02:51
8 It is my calm evening now (aus: Canti paralleli) 00:04:46
9 Postludia (In memoriam Oleg Kagan) 00:16:28
10 Agnus Dei 00:15:03

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Mariam Sarkissian Mezzosopran
Julian Milkis Klarinette
Anton Martynov Violine
Daria Ulantseva Klavier
Musica Viva Moscow Chamber Orchestra Orchester
Alexander Rudin Violoncello, Dirigent
 
95489;5028421954899

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