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CD-Besprechung

Christian Westerhoff

Viola Concertos 1 & 3 • Flute Concerto

cpo 777 844-2

1 CD • 63min • 2014

09.10.2017

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Die frühklassische Musik im Gefolge von Mozart oder Haydn hat es nicht immer leicht, sich in der heutigen globalen Vielfalt Gehör zu verschaffen – vor allem, wenn es um die eher „kleinen“ Meister geht, die gegenüber den großen Namen in Vergessenheit geraten sind. Das gilt auch für den aus Osnabrück stammenden Komponisten Christian Westerhoff, der zwischen 1763 und 1806 lebte. Daher berührt es umso mehr, wenn motivierte Musiker sich diesem Sujet beherzt annehmen und diese Musik neu entdecken. Die Violaspielerin Barbara Buntrock, die Flötistin Gaby Pas-van Riet und das von Andreas Hotz hervorragend motivierte Symphonieorchester der Stadt Osnabrück schaffen dies mit drei Solokonzerten aus Westerhoffs Feder.

Westerhoff wirkte als Konzertmeister in Orchestern von Burgsteinfurt und Bückeburg und hat einiges an Solokonzerten und auch Sinfonien komponiert. Sein Personalstil greift durchaus prägnante Elemente der Wiener Klassik, ja sogar direkt von Mozart auf und die Solokonzerte für Viola und Flöte offenbaren eine eingängig-heitere, nie tiefschürfende musikalische Sprache.

Diese Einspielung auf dem ebenfalls in Osnabrück beheimatetem Label cpo legt ein Resulat vor, dass viel mehr als nur liebevoller Lokalpatriotismus ist – denn die mitreißende Interpretation beweist, wie lohnend auch die Musik dieses „Kleinmeisters“ ist. Mit federleichtem Schwung holt das Orchester alles an inspirierender Leichtigkeit und zartem Affektreichtum aus der Partitur.

Das Orchester bereitet damit zwei fabelhaften Solistinnen eine Bühne: Barbara Buntrock bevorzugt einen kraftvoll-geerdeten Ton, weiß aber auch - vor allem in hohen Registern alles an schwereloser Sanglichkeit abzurufen. So klingt intuitiv erfühltes Musizieren, bei dem auch eine erfrischende Portion Sturm und Drang in den schnellen Ecksätzen nicht fehlt. In Sachen tänzerischer Leichtigkeit steht die Flötistin Gaby Pas-van Riet ihrer Streicherkollegin nicht nach. Dirigent Andreas Hotz lässt das Orchester hier im flotten Sechsachtelmetrum mit viel Esprit und spritzigen Sfotzati in die Vollen gehen - bevor die Flötistin ihre souveräne Stimme erhebt, höchst beweglich alle Register durchstürmt und in einem kontrastreiches Frage- und Antwortspiel dem Orchester souverän Paroli bietet.

Das ganze ist nie tiefsinnig-gedankenschwer, will es auch nicht sein, sondern stimmt froh und beschwingt, ohne sich dafür spektakulär oder laut gebärden zu müssen.

Stefan Pieper [09.10.2017]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Christian Wilhelm Westerhoff
1Konzert Nr. 1 G-Dur für Viola und Orchester 00:19:15
4Konzert D-Dur für Flöte und Orchester 00:23:56
7Konzert Nr. 3 C-Dur für Viola und Orchester 00:19:11

Interpreten der Einspielung

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