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CD-Besprechung

Franz von Suppé

Il Ritorno del marinaio

cpo 555 120-2

2 CD • 1h 26min • 2016

22.08.2017

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Wie andere große Operettenkomponisten spürte auch Franz von Suppé - genauer (so viel Zeit muß sein): Francesco Ezechiele Ermenegildo Cavaliere Suppé Demelli – lebenslang einen Drang zur großen Oper. Ein erster Versuch (1858) in Wien war gescheitert; in Hamburg, wo man seine Operetten liebte, gab der Intendant Pollini dem schon 65jährigen eine zweite Chance: Des Matrosen Heimkehr, auf einen Text des österreichischen Vielschreibers Anton Langer, fand am 4. Mai 1885 im dortigen Stadttheater unter der Leitung des Komponisten eine überaus freundliche Aufnahme, auch wenn die Kritik – völlig zu Recht – an dem Libretto einiges zu beanstanden hatte.

Die Handlung spielt 1816 auf der dalmatinischen Insel Lesina (heute Hvar). Nach 20 Jahren (mit einem Kriegsschiff) auf dem Meer kehrt der Matrose Pietro in die Heimat zurück, wo er eine geliebte Frau zurückgelassen hat, die unterdessen gestorben ist, und trifft auf die gemeinsame Tochter Jela, die von ihrem ältlichen Vormund, dem Podestà Quirino, zur Ehe gedrängt wird, aber den jungen Nicolò liebt. Für den Vater bleibt nichts zu tun, als den Vormund auszutricksen, das Glück der Tochter zu begründen und wieder zur See zu fahren.

Ein großer Teil der zweiaktigen, nur anderthalbstündigen Oper ist Gesang und Tanz gewidmet, weshalb die Handlung im zweiten Akt regelrecht stillsteht. Aber der neben Johann Strauss zweite Wiener Walzerkönig ist hier, in der fünfsätzigen Ballettmusik, erst richtig in seinem Element; dabei kann er reichlich aus der Volksmusik seiner Heimat Dalmatien schöpfen, die damals zum österreichischen Kaiserreich gehörte. Aber auch in den Gesangsnummern in der Tradition Donizettis zeigt er sich „at his very best“. Einige Stücke sind regelrechte Ohrwürmer. Etwa die Duett-Barcarole des Liebespaares, aber auch das Lied Jelas, das sie von ihrer Mutter gelernt hat und das hier als Wiedererkennungs-Motiv fungiert („Se t’è concesso trovare un cor“). Da muß man gleich an eine entsprechende Szene in Verdis Simon Boccanegra denken. Doch es gibt auch andere Reminiszenzen. So ist die Figur des Podestà eine Hommage an den Bürgermeister van Bett von Lortzing, mit dem der junge Suppé befreundet war; in seiner Auftrittsarie renommiert er mit der ständig wiederholten lateinischen Sentenz „pereat mundus, fiat iustitia“.

Dass die vorliegende Produktion aus Rijeka die Oper nicht in der originalen deutschen Fassung spielt, sondern in einer von Suppé selbst angefertigten italienischen, ist angesichts der stilistischen Stellung des Werks eine richtige Entscheidung und trägt zum Gelingen der Aufführung wesentlich bei. Die hohe Qualität der Wiedergabe mag überraschen, denn hierzulande wusste man bisher nicht, dass die kroatische Hafenstadt ein so leistungsfähiges Opernensemble hat. Adriano Martinolli d’Arcy leitet das Orchester werkentsprechend mal militärisch straff, dann wieder tänzerisch locker, das Sängerensemble ist ausgezeichnet, voran der junge, international aufstrebende Bariton Ljubomir Puškarić, den man gerne auch einmal in Verdi-Partien hören will (und wohl auch hören wird) und die finnische Sopranistin Mariukka Tepponen mit angenehmem Metall in der Stimme, das sie auch für italienische Partien prädestiniert. Der aus zahlreichen CD- und DVD-Aufnahmen aus Italien bekannte und bewährte Bass Giorgio Surian überzeugt vokal wie gestalterisch als der komisch-gefährliche Podestà, auch die beiden Tenöre und der Chor leisten gute Arbeit.

Ekkehard Pluta [22.08.2017]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz von Suppé
1Il Ritorno del Marinaio (Romantische Oper in zwei Akten) 01:16:28

Interpreten der Einspielung

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