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CD-Besprechung

Goyescas

Enrique Granados

Goyescas

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 25.08.17

IBS Classical IBS82017

1 CD • 77min • 2016

Enrique Granados gehört zu den Erneuern der spanischen Musik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ein Hang zu spätromantischer Diktion ist hier genauso zu spüren wie eine selbstbewusste Besinnung auf einen spanischen Nationalstil, der wiederum die reichen, traditionell gewachsenen Musikkulturen in den Focus nimmt. In dieser Hinsicht ist Granados, der im Jahr 1916 zusammen mit seiner Frau bei einem Schiffsunglück aufgrund eines deutschen Torpedoangriffs verstarb, der dritte im Bund neben Manuel de Falla und Isaac Albeniz - auch wenn er außerhalb Spaniens deutlich weniger bekannt ist. Sein Ruhm zu Lebzeiten war auch außerhalb Spaniens immens, zumal er als Grenzgänger zwischen ernster und unterhaltender Musik anzusehen ist.

José Menor, ein besonders hoffnungsvoller spanischer Pianist der jüngeren Generation fühlt sich seinem komponierenden Landsmann auf seiner neuen CD hörbar seelenverwandt. Mit ansteckender Beweglichkeit agiert Menor zwischen romantischer großer Geste, schwelgerischer Virtuosität und einem oft nostalgisch verklärt wirkenden, tänzerischen Schwung. Zugleich mutet sein Klangideal, das auch stark die dynamischen und brillanten Facetten heraus kehrt, absolut modern an. Auf der vorliegenden CD hat er sich dem wohl gewichtigsten Klavierwerk aus Granados Feder, dem Zyklus Goyescas angenommen. Das sind Charakterstücke, Tänze, Balladen, Walzer, aber auch Träumereien. Diese liefern mal poetische und nicht selten schwärmerische imaginäre Bilder aus dem Leben zur Zeit von Goya. Granados gehört zur der Generation der Fin de Siècle-Komponisten, die wie ein Schwamm viele alte und auch viele neue Einflüsse aufsogen. Die Tonalität ist manchmal flamenco-typisch modal und es werden dramatische Effekte durch ausgiebige Chromatik erzeugt. José Menor hat für das Booklet eine sehr detaillerte Analyse der Stücke verfasst.

Mehr noch weiß er auf den schwarzen und weißen Tasten diese Musik mit dynamischem Biss und viel Geschmeidigkeit zum Leben zu bringen. Silbrig lässt er Tongirlanden glänzen, etwa im Eröffnungsstück Los requiebros. Rhapsodische Bögen kostet er mit tiefer Ruhe aus. In einer imaginären Konversation am Fenster (Coloquio en la reja). Sehnsucht atmen die schwelgerischen Balladen, wie das Stück Quejas, o la maja y el ruisenor eine Komposition, die ihren Weg in die Popularmusik fand und zu einem vielgefragten Schlager mutierte. Liebe und Tod liegen eng in einer gleichnamigen Ballade zusammen - welche das längste Stück in dieser Kollektion ist. Das alles definiert nicht unbedingt die Musikgeschichte neu, ist aber stimmungsvoll und mitreißend anzuhören. Und der Komponist Enrieque Granados und der Pianist José Menor bilden allemal eine wunderbare Kombination, um als Botschafter der spanischen Musik zu wirken.

Stefan Pieper [25.08.2017]

Bechsteinkonzert

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 E. Granados Goyescas - Suite nach Bildern von Goya Hugo Monden
7 Crepúsculo
8 Jácara (Danza para cantar y bailar)
9 Reverie-Improvisation
10 Intermezzo (aus: Goyescas)
11 El Pelele (Escena goyesca)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
José Menor Klavier
 
IBS82017;8436556424502

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