Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

A Tribute to J.S. Bach

Bach • Liszt • Reger

A Tribute to J.S. Bach

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 03.02.17

Klassik Heute
Empfehlung

Danacord DACOCD 773

1 CD • 65min • 2016

Mit dem Ausspruch: „Nicht Bach, sondern Meer sollte er heißen“ zollte Ludwig van Beethoven, einflussreichster Komponist seines Jahrhunderts, einem Vorgänger Tribut, der seinen Platz als Fixstern am Himmel der Musik erst mehr als ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod einzunehmen begann: Zu Lebzeiten geachtet, überholten ihn die Zeitgenossen Telemann und Händel an allgemeiner Popularität; und wenn man in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts schlichtweg von „Bach“ sprach, meinte man, in Deutschland jedenfalls, seinen Sohn Carl Philipp Emanuel, den „Berliner“ bzw. „Hamburger“ Bach.

Insbesondere für die Orgelmusik wurde Johann Sebastian Bach zu einem Maßstab, an dem sich die Meister der „Königin der Instrumente“ seit dem 19. Jahrhundert weit über den deutschen Kulturraum hinaus ausrichteten. Davon zeugt Kristian Krogsøes CD, die der Organist an der Orgel des Doms zu Århus eingespielt hat und die den Titel „A Tribute to J. S. Bach“ trägt. Übertragungen bekannter Bachwerke auf die Orgel und zwei große, an Bach orientierte Kompositionen von Franz Liszt und Max Reger machen das beeindruckende Programm dieser CD aus, das Krogsøe, seit 2007 Organist des Doms zu Århus, an seiner Orgel eingespielt hat. In ihren Ursprüngen auf Arp Schnitgers Schüler Kastens zurückgehend, verdankt das Instrument heute seine Charakteristik den dänischen Orgelbauern Johann Andreas Demant aus einer Neukonzeption der Orgel 1876 und Theodor Frobenius, der dem Instrument 1927 seine heutige Klanggestalt gab. Der Dom der zweitgrößten Stadt Dänemarks verfügt mit diesem herrlichen Instrument über die größte Orgel des Königreichs.

Charles-Marie Widor (1844-1937) gilt als der erste Prophet der Musik J. S. Bachs in Frankreich, sein Generationsgenosse Alexandre Guilmant (1837-1911) übertrug die Sinfonia zur so genannten Ratswahlkantate „Wir danken dir, Gott, wir danken dir“ auf die Orgel. Es folgt die Übertragung der berühmten Chaconne aus der Partita d-Moll für Violine solo BWV 1004 von Wilhelm Middelschulte (1863-1943), der 1893 in die USA übersiedelte und dort zum gepriesenen Orgelvirtuosen wurde. Übertragungen von Cembalowerken durch Max Reger (1873-1916), Sigfrid Karg-Ehlert (1877-1933) und den Thomaskantor Karl Straube (1873-1950) vervollständigen diesen „Tribut“ an J. S. Bach durch Transpositionen von Originalwerken.

Eingebettet in dieses Programm sind zwei der großen Orgelwerke, die sich zu Bach als Paten bekennen: Franz Liszt erweist dem Meister mit seinen groß angelegten Variationen „über den basso ostinato aus der Kantate ‘Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen’ und das ‘Crucifixus’ der h-Moll Messe von J. S. Bach“ eine grandiose Reverenz. Max Reger zollte Bach mit seinem op. 46 „Phantasie und Fuge h-Moll über den Namen B-A-C-H“ Tribut – ebenfalls ein großartiges Zeugnis für die Bedeutung, die der spätromantische Komponist dem Schaffen J. S. Bachs als Fundament des eigenen Werks für die Orgel einräumte.

Kristian Krogsøe zeigt sich in diesem Programm als ebenso beredter Anwalt J. S. Bachs wie der Spiegelung seiner Musik im Werk der ihm Tribut zollenden Komponisten. Bei der Interpretation der beiden großen Kompositionen von Liszt und Reger, die jede auf ihre Weise sich auf den Meister Bach beziehen, zeigt sich Krogsøes Meisterschaft, den Bezug beider großer Komponisten auf den von ihnen als Leitstern empfundenen Meister so zu gestalten, dass ihre Selbständigkeit als Komponisten für die Orgel ebenfalls voll zur Geltung kommt. So kommt auch die Spiegelung des Bachschen Orgelschaffens in den Übertragungen der späteren Komponisten als Respektsbezeugung – eben als „Tribut“ – bestens zur Geltung.

Eine großartige CD, die auch unter dem Titel „Bach und die Folgen“ hätte stehen können.

Detmar Huchting [03.02.2017]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Sinfonia aus "Wir danken dir, Gott" BWV 29 (arr. A. Guiomant) 00:04:14
2 Ciaccona d-Moll BWV 1004 (arr. Wilhelm Middelschulte; aus Partita Nr. 2 d-Moll) 00:15:07
3 Partita h-Moll BWV 831 (arr. S. Karg-Elert) 00:03:56
4 F. Liszt Weinen, Klagen, Sorgen Zagen (Präludium nach Bachs Kantate) 00:17:27
5 J.S. Bach Invention Nr. 6 E-Dur BWV 777 (arr. Max Reger) 00:03:46
6 Invention Nr. 12 A-Dur BWV 783 (arr. Max Reger) 00:02:12
7 M. Reger Fantasie und Fuge über B-A-C-H op. 46 00:17:56

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Kristian Krogsøe Orgel
 
DACOCD 773;5709499773000

Bestellen bei jpc

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

AGBs Impressum Kontakt Mediadaten Sitemap Datenschutz

© Klassik Heute

jpc