Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

Anton & Paul Wranitzky

Anton & Paul Wranitzky

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 26.04.16

Sony Classical 88875127122

1 CD • 68min • 2015

Es scheint auf den ersten Blick fast verdächtig: Wenn schon Major Labels wie Sony sich mit so unbekannten Namen wie Wranitzky befassen, dann könnte man fast misstrauisch werden. Denn gerade die großen Plattenfirmen fallen sonst selten durch große Entdeckerlust auf. In diesem Fall ist es aber tatsächlich so, denn mit den Wranitzky-Brüdern hat man zwei ganz besondere, heutzutage nahezu unbekannte Juwelen ausgegraben.

Bekannt waren die Wranitzkys eigentlich mit allem, was in Bezug auf die sogenannte Wiener Klassik Rang und Namen hatte: Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven, aber auch Joseph Martin Kraus und Johann Georg Albrechtsberger. Alle diese Namen – selbst Kraus und Albrechtsberger – sind zum Inbegriff der Klassik geworden, doch Wranitzky? Diesen Namen sollte man sich ebenfalls merken, zeichnet sich die Musik beider (Halb-)Brüder doch bei allen Unterschieden durch Einfallsreichtum und solides Handwerk aus.

Das Schöne an dieser Aufnahme ist zudem, dass hier zwei Nachwuchssolisten der Schweizer Orpheum Stiftung die Gelegenheit erhalten, mit einem renommierten Klangkörper wie dem Münchner Kammerorchester unter der Leitung von Howard Griffiths eine Aufnahme dieser Entdeckungen zu realisieren. Sie nutzen diese Chance: Veriko Tchumburidze indem sie Anton Wranitzkys Violinkonzert op. 11 mit virtuosem Glanz, feinem Geigenton und einnehmendem Brio aus der Taufe hebt, Chiara Enderle indem sie Paul Wranitzkys Cellokonzert op. 27 mit einer musikalischen Selbstverständlichkeit und eleganten Noblesse spielt, die vor allem die Frage aufwirft, warum man diese ausnehmend schöne Musik nicht schon eher entdeckt hat.

Weiterhin ist auch die dritte Sinfonie von Paul Wranitzky, der immerhin auf ausdrücklichen Wunsch des Komponisten die Uraufführung von Beethovens erster Sinfonie dirigierte, zu hören und auch hier leisten Griffiths und das Münchner Kammerorchester erstklassige Arbeit. Sie spüren den originellen Einfällen dieser Musik mit Witz und Esprit nach, gestalten sie als lebendigen musikalischen Diskurs und machen Appetit auf mehr. Und da gibt es bei beiden Wranitzkys noch mehr als genug lohnenswerte Werke, die ihrer Entdeckung harren.

Guido Krawinkel [26.04.2016]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Wranitzky Violinkonzert C-Dur op. 11 00:25:37
4 P. Wranitzky Sinfonie D-Dur op. 16 Nr. 3 00:18:45
7 Violoncellokonzert C-Dur op. 27 00:22:18

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Veriko Tchumburidze Violine
Chiara Enderle Violoncello
Münchener Kammerorchester Orchester
Howard Griffiths Dirigent
 
88875127122;0888751271227

Bestellen bei jpc

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

Entschleunigte Feinfühligkeit, forsche Damenpranke

Edition Stefan Askenase

Noch in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts konzertierte der aus dem galizischen Lemberg stammende Pianist Stefan Askenase reglemäßig in den europäischen Konzertsälen. Das ältere Publikum hatte den Chopin-Interpreten gleichsam abonniert, bei den Jüngeren und im abgehobenen Kreis des deutschsprachigen Kritikernachwuchses galt der zierliche belgisch-polnische Theodor Pollak- und Emil von Sauer Schüler als Vertreter einer konservativen Handhabe, als ein leibhaftiges Fossil vergangener Chopin-Stilistik.

→ weiter...

Neue CD-Besprechungen

Giacomo Puccini
François Campion
Felix Mendelssohn Bartholdy
Colors
Carlo Graziani

Interpreten heute

  • Armoniosa
  • Stefano Cerrato

Neue CD-Veröffentlichungen

Richard Heuberger
A Lute by Sictus Rauwolf
Visions
Christoph Graupner

CD der Woche

Kenneth Hamilton plays Ronald Stevenson, Volume 1

Kenneth Hamilton plays Ronald Stevenson, Volume 1

Aus dunkler Tiefe steigen schwärzeste Bass-Töne auf, formen eine Tonskala und vereinigen sich mit einer weiteren Stimme zur strengen Fuge. Die ewige ...

Heute im Label-Fokus

Thorofon

... und sie dreht sich doch!
Auf dem Meer der Lust in hellen Flammen
Erich J. Wolff
Pervez Mody plays Scriabin Vol. 5

→ Infos und Highlights

Thema Klavier Solo

harmonia mundi 1 CD HMC 901844
Volodos plays Brahms
cpo 1 CD 777 478-2
Ernst von Dohnányi
Poems & Pictures
Frédéric Chopin

 

Weitere 52 Themen

Klassik Heute Zahl des Tages

Bei Klassik Heute finden Sie

39641

Interpreten
• 242 Kurzbiographien
• 1099 tabellarische Biographien

→ mehr Zahlen und Infos

AGBs Impressum Kontakt Mediadaten Sitemap Datenschutz

© Klassik Heute

jpc