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CD-Besprechung

Mauro Giuliani
Works for Guitar

Mauro Giuliani<br />Works for Guitar

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 25.01.13

Antes BM319282

1 CD • 58min • 2011

Dem italienischen Gitarristen Mario Gullo, einem Schüler von Angelo Gilardino und Oscar Ghiglia, ist hier eine glänzende Zusammenstellung gewichtiger Werke Mauro Giulianis (1781 – 1829) gelungen. Bis auf die Variationen über Ruhm und Liebe nach Boieldieu op. 105 entstammen sie alle aus Giulianis Spätzeit nach dem vom Komponisten Zeit seines Lebens bedauerten, wohl durch Schulden erzwungen Wegzug aus Wien. Giulianis Werke sind natürlich zunächst einmal idiomatisch für die Gitarre geschrieben, deren Repertoire er durch von ihm eingeführte Notationsverbesserungen auf eine neue Qualitätsstufe führte. Die Auswahl durch Gullo ist auch deswegen zu loben, weil die drei ausgewachsenen Variationenwerke sowie Giulianis wohl letztes Werk Le Giulinate tatsächlich alles aus dem Instrument herausholen, was in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts möglich war.

Die Stücke sind jedoch nicht nur für den Gitarrenfreund interessant, was den Repertoirewert der Produktion erhöht. Denn Giulianis Musik präsentiert so etwas wie einen Normalzustand der musikalischen Sprache der Wiener Klassik zwischen Rossini, auf dessen Zug er mit anderen Werken gleichsam aufsprang, und Beethoven, dessen 7. Sinfonie er 1813 als Mitglied der Violoncellogruppe uraufführte. Besonders die drei Variationenwerke agieren ein einfallsreiches, aber nicht außergewöhnliches Komponieren aus, das die Gitarre als Kunstinstrument ernst nimmt und somit mit dem Klavier vergleichbar macht. Eben diese Qualitäten realisiert Mario Gullo in seinen Interpretationen. Besonders die drei Variationenwerke gewinnen durch die straffe formale Organisation, welche sie jeweils sehr sinnfällig zusammenfaßt, so dass die Reihungen der Veränderungen nie mechanisch, ziellos oder beliebig wirken. Zu loben ist auch die kontrollierte Agogik; schön, wie Gullo kleine ausbüxende Ritardandi immer wieder sicher einfängt. Schließlich ist seine Spieltechnik, wie die mühelos perlenden Läufen oder Tonrepetitionen etwa der Händel-Variationen beweisen, sehr sauber. Klangtechnisch leidet diese Produktion etwas unter der zu direkten Abbildung des Instrumentes, das sich klanglich nicht voll entfalten kann; unverständlich auch, warum man im Beiheft gleich dreimal das identische Bild Gullos abgedruckt hat.

Dr. Michael B. Weiß [25.01.2013]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 M. Giuliani Variazioni op. 105 (Ruhm und Liebe) 00:06:22
2 Variazioni op. 107 (über ein Thema von Händel) 00:07:24
3 Variazioni op. 112 00:10:00
4 Le Giulianate op. 148 00:33:49

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Mauro Gullo Gitarre
 
BM319282;4014513029430

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