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CD-Besprechung

Mieczyslaw Weinberg

Chamber Music for Woodwinds

Mieczyslaw Weinberg

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 26.06.12

Klassik Heute
Empfehlung

cpo 777 630-2

1 CD • 73min • 2009, 2010

Die Mieczyslaw-Weinberg-Initiative, die cpo in Kooperation mit dem Deutschlandradio in losen Folgen auflegt, trägt neue Blüten. Zusammengestellt und zum Teil pianistisch begleitet von Elisaveta Blumina, werden hier vier kammermusikalische Werke für Holzbläser vorgestellt, welche die frühe und mittlere Zeit des produktiven polnisch-russischen Komponisten (1919 – 1996) abdecken. Weinberg komponierte, ähnlich wie sein älterer Freund Schostakowitsch, bild- und gestalthaft, mit tonaler Konkretion, doch nie im engeren Sinne eklektizistisch; vielmehr zeigt er stets einen akuten Sinn für die in der Moderne noch bestehenden Möglichkeiten der traditionellen musikalischen Parameter.

Wie schon in den vom Duo Kirpal, ebenfalls für cpo, eingespielten Violinsonaten Nr. 4 und 5 fällt auch in diesen Stücken wiederum ein interessantes Spiel mit der Form des begleiteten Soloinstrumentes auf; Weinberg trennt die Instrumente gern, um sie dann effektvoll und oft nur für kurze Strecken zu kombinieren (Finale der Klarinettensonate op. 28). Ähnlich einfallsreich ist sein Arbeiten mit bi- und polytonal kombinierten Motiven (Miniaturen für Flöte und Klavier op. 29); im Gegensatz zu Schostakowitsch neigt seine Musik jedoch nicht zur Anklage und zum Zusammenbruch.

Genau dieses spielerische, eher lyrisch probierende als mutwillig verfremdende Moment seiner Ästhetik treffen die Musiker dieser 2009 und 2010 entstandenen, klanglich wunderbar präzise und intim gewordenen Aufnahmen sehr gut; man höre etwa Wenzel Fuchs und Elizaveta Bluminas stimmungsvolle Gestaltung der so erstaunt wirkenden Coda des Mittelsatzes der Klarinetten-Sonate, aber auch das angenehm kontrollierte Flötenspiel Henrik Wieses und die sonore und gleichzeitig sehr intensive Interpretation der Fagottsonate durch Mathias Baier. Die Fagottsonate und das enigmatische Trio op. 127 geben hochinteressante Einblicke in das beginnende, zunehmend reduzierte und asketische Spätwerk Weinbergs – das genau in diesem Punkt wieder mit Schostakowitschs letzten Werken vergleichbar ist.

Dr. Michael B. Weiß [26.06.2012]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 M. Weinberg Sonate op. 28 für Klarinette und Klavier 00:20:32
4 12 Miniaturen op. 29 für Flöte und Klavier 00:17:33
16 Sonate op. 133 für Fagott solo 00:21:05
20 Trio op. 127 für Flöte, Viola und Harfe 00:13:31

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Elisaveta Blumina Klavier
Wenzel Fuchs Klarinette
Mathias Baier Fagott
Henrik Wiese Flöte
Nimrod Guez Viola
Uta Jungwirth Harfe
 
777 630-2;0761203763023

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