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CD-Besprechung

E.v. Gemmingen

cpo 1 CD 777 454-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 24.04.12

cpo 777 454-2

1 CD • 63min • 2010

Den „Mozart des Neckartales" nannte man den einem alten alemannischen Rittergeschlecht entstammenden Ernst von Gemmingen, der 1759 in Celle geboren wurde und bis zur Auflösung der Reichsritterschaft 1806 als letzter Ritterdirektor des Kantons Kraichgau fungierte. Die Familienchronik bescheinigt ihm besondere Anlagen für die Musik und bedeutende Fähigkeiten auf der Violine, auch ist überliefert, dass er um 1800 das rege Musikleben der Reichsstadt Heilbronn prägte. Von seinen Kompositionen war nichts bekannt, bis man 1993 in der weitgehend von ihm aufgebauten Musikbibliothek der Burg Hornberg die autographen Partituren sowie Stimmenmaterial zu vier Violinkonzerten aus seiner Feder fand, die den Autodidakten als kenntnisreichen und fähigen Komponisten ausweisen.

Nun liegen – mit Unterstützung der „Gesellschaft für Musikgeschichte in Baden-Württemberg e.V." – die beiden ersten Konzerte in Ersteinspielung vor, die restlichen zwei werden folgen.

Stilistisch etwa in der Nähe von Louis Spohr einzuordnen, wagt von Gemmingen – vor allem in den serenadenhaften Mittelsätzen, aber auch in manchen poetischen Moll-Passagen – den Blick voraus in romantische Ausdrucksbereiche. Ansonsten dominiert geigerische Spielfreude, von der sich der vielseitige Kolja Lessing, der auch die hübschen Kadenzen geschrieben hat, hörbar beflügeln lässt. Ulf Schirmer begleitet mit dem Münchner Rundfunkorchester routiniert. Mehr orchestraler Feinschliff wird der Sinfonia F-Dur von Johann Matthias Sperger (1750–1812) zuteil, die als gefällige Zugabe die CD vervollständigt. Sperger galt als der bedeutendste Kontrabass-Virtuose seiner Zeit und war dazu ein fruchtbarer Komponist, der nicht nur 18 Konzerte für sein Instrument, sondern auch rund 40 Sinfonien schrieb. Seine Ankunftssinfonie – ein bewusstes Gegenteil zu Haydns Abschiedssinfonie – beginnt mit zwei einsamen Violinen, die ein Thema vorstellen, bei dessen Variationen nach und nach immer mehr Instrumentalisten auf der Bühne erscheinen, bis schließlich das ganze Orchester zum abschließenden Rondo-Allegro versammelt ist.

Sixtus König † [24.04.2012]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 E.v. Gemmingen Violinkonzert Nr. 1 A-Dur 00:27:56
4 Violinkonzert Nr. 2 C-Dur 00:21:56
7 Sinfonia in F (Ankunftssinfonie) 00:13:05

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Kolja Lessing Violine
Münchner Rundfunkorchester Orchester
Ulf Schirmer Dirigent
 
777 454-2;0761203745425

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