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CD-Besprechung

Stuttgart Compositions

Stuttgart Compositions

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 28.06.10

hänssler CLASSIC 98.610

1 CD • 55min • 2010, 2009

Die reiche Geschichte des Musiklebens der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart zu beleuchten, ist zweifellos ein reizvolles Unterfangen. Die vorliegende Veröffentlichung mit Instrumentalmusik schlägt einen Bogen vom späten 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart, der freilich schon in sofern nicht beanspruchen kann, repräsentativ zu sein, als sich ein wichtiger Teil von Stuttgarts Musikgeschichte in der Oper abspielte. Zudem schränkt die Streichorchester-Besetzung die Repertoireauswahl weiter ein, so dass sich eine eher zufällige Programmfolge ergibt, bei der der Zusammenhang mit Stuttgart nicht unbedingt zwingend ist. So stellte beispielsweise die zweijährige Tätigkeit als Stiftskantor am Stuttgarter Hof nur ein mäßig bedeutendes Intermezzo im Leben Johann Pachelbels dar, und der Sturm- und Drang-Komponist Franz-Ignaz Beck, dessen d-Moll-Sinfonie das interessanteste Stück dieser Sammlung bildet, ist zwar in Mannheim, Italien, Marseille und Bordeaux, aber – soviel man weiß – niemals in Stuttgart tätig gewesen.

Immerhin kann die CD auch mit zwei besetzungsmäßigen Raritäten aufwarten: der Fantasie für Viola und Streichorchester aus dem Potpourri g-Moll op. 94 des Beethoven-Zeitgenossen Johann Nepomuk Hummel (den es auch nur zwei wenig erquickliche Jahre lang in Stuttgart hielt) und den Variationen für Kontrabaß und Streichorchester (Bearbeitung von Volkmar Fritsche) des aus Böhmen stammenden Johann Joseph Abert, der von 1867 bis 1888 als hochgeschätzter Hofkapellmeister in Stuttgart wirkte. Die Bratscherin Julia Neher und der Kontrabassist Renger Woelderink können sich hier vorteilhaft in Szene setzen.

In heftigem Kontrast zu dieser durchaus gefälligen Musik steht das in Welt-Ersteinspielung gebotene Auftragswerk des 1924 in Kroatien geborenen und seit über 35 Jahren in Stuttgart lebenden Komponisten Milko Kelemen A Stuttgart Imagination, das wohl den Aufhänger für diese Veröffentlichung abgab. In dreizehn Minuten schildert das eklektizistische Stück mit vielen Glissandi, Flageoletts, Sekundreibungen und Pizzikati Schlossanlagen und Weinberge, gedenkt der Gefallenen des 2.Weltkriegs und lässt die Orchestermusiker die Namen Schiller, Hegel und Hölderlin rezitieren sowie Sehenswürdigkeiten und Rebsorten aufzählen. (Es kann also keiner sagen, er habe nicht gemerkt, um welche Stadt es sich hier handelt!). Das Kammerorchester unter seinem derzeitigen Chef Hofstetter widmet sich – nach hölzernem Pachelbel-Kanon, basslastiger Beck-Sinfonie und manierlicher Begleitung der Solisten – dem Stadtporträt mit Ernst und Hingabe und ist für sein lokalpolitisches Engagement nur zu loben.

Sixtus König † [28.06.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Pachelbel Kanon und Gigue D-Dur für Streicher 00:05:34
3 F.I. Beck Sinfonie d-Moll op. 3 Nr. 5 00:16:34
7 J.N. Hummel Potpourri g-Moll op. 94 für Viola und Streichorchester (Fantasie) 00:08:45
8 J.J. Abert Variationen für Kontrabass und Streichorchester 00:10:25
11 M. Kelemen A Stuttgart Imagination 00:13:29

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Julia Neher Viola
Stuttgarter Kammerorchester Orchester
Renger Woelderink Kontrabass
Michael Hofstetter Dirigent
 
98.610;4010276023401

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