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CD-Besprechung

D. Buxtehude

BIS 1 CD/SACD stereo/surround 1809

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 19.04.10

Klassik Heute
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BIS 1809

1 CD/SACD stereo/surround • 69min • 2008

Der große norddeutsche Meister frühbarocker Orgelmusik – Lehrmeister Bachs und „verhinderter“ Schwiegervater – ist leider oft noch Programmfüller für die Literaturecke „vor J.S.B.“ und an den Hochschulen (oft auch mangels guter lehrender Vorbilder) eine wenig geliebte Pflichtübung. Welch ein Irrtum! Ohne Buxtehude (und seine damaligen Kollegen im Amt, die sein Schicksal in puncto Vergessenheit heute in noch größerem Umfang teilen) ist Bach eigentlich nicht erklärbar. Die Lübecker Welt ist für den späteren Leipziger Großmeister gewissermaßen der Brutkasten, der die Weichen stellt für all die Entwicklungen, die über diese pränatale Prägung hinausgehen werden.

Deshalb ist es nur folgerichtig, dass der japanische Protagonist der historischen Bach-Rezeption, Masaaki Suzuki, sich mit dieser Wurzel beschäftigt. Er präsentiert ein geschickt ausgewähltes und das Orgelschaffen Buxtehudes umfassend darstellendes Programm, welches im von Dorothea Schröder kundig zusammengestellten Booklet ausführlich mit Hintergrundinformationen unterfüttert wird.

Doch zuerst zu den für diese Einspielung ausgewählten Instrumenten: Beiden ist die Wertschätzung der jeweiligen Orgelbauer durch Dietrich Buxtehude eigen. Die Orgeln in den „Bauerndomen“ von Altenbruch und Lüdingworth (an der Elbmündung bei Cuxhaven gelegen) besitzen zwei Instrumente aus der Zeit des Komponisten, beide vor einigen Jahren durch die renommierte Orgelbaufirma Ahrendt detailgetreu restauriert und klanglich wieder an das frühbarocke Klangbild angenähert (hohe Chorstimmung mit a' = 478 Hz, Werkmeister-Temperatur in Altenbruch, in Lüdingworth sogar auch wieder in mitteltöniger Stimmung).

Mazaaki Suzuki nutzt die Chancen beider Instrumente in großartiger Weise. Er spielt virtuos, beweglich und doch nie gezwungen „historisierend“, mit viel Ruhe und schönen Linien, registriert farbig.

Besonders haben es dem Rezensenten die Choralbearbeitungen in Suzukis Interpretation angetan. Man möchte sofort in die jeweilige Choralzeile mit einstimmen, so einfühlsam und gesangsvorbereitend spielt er. Großes Kompliment – ein Vorbild für so manchen liturgischen „Praeludierer“ unserer Tage.

Die Aufmachung des Beihefts ist sehr textlastig, ein paar hübsche Bilder mehr (auch vielleicht auch in Farbe!) wären ein echter Gewinn, aber ansonsten in allen Belangen eine echte Referenzeinspielung. Mehr davon!

Frank Höndgen [19.04.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 D. Buxtehude Toccata F-Dur BuxWV 156 00:06:43
2 Präludium a-Moll BuxWV 153 00:05:32
3 Ciacona e-Moll BuxWV 160 00:05:09
4 Te Deum laudamus BuxWV 218 00:11:40
5 Von Gott will ich nicht lassen BuxWV 220 00:02:46
6 Von Gott will ich nicht lassen BuxWV 221 00:02:01
7 Präludium g-Moll BuxWV 148 00:06:22
8 Toccata d-Moll BuxWV 155 00:06:48
9 Nimm von uns, Herr, du treuer Gott BuxWV 207 00:08:02
10 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ BuxWV 196 00:03:30
11 Magnificat primi toni BuxWV 203 00:07:29

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Masaaki Suzuki Orgel
 
1809;7318599918099

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