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CD-Besprechung

Hindemith Paul: Das Marienleben op. 27

Ondine 1 CD ODE 1148-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 09.10.09

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Ondine ODE 1148-2

1 CD • 72min • 2009

„Ich habe die Stücke sehr gerne und bin sicher, dass sie bis jetzt das Beste von mir sind”, schrieb Paul Hindemith an seinen Verleger, nachdem er (im Juli 1923) den Zyklus Das Marienleben fertiggestellt hatte. Viele seiner Zeitgenossen teilten diese Auffassung. Der Hindemith-Kenner Giselher Schubert weist in seinem Booklet-Beitrag darauf hin, dass sich in diesem Werk auf paradigmatische Weise der für die Musik der 20er Jahre typische Übergang von einem expressionistischen Ausdruckskonzept in das der Neuen Sachlichkeit erkennen lasse. Der Komponist selbst hat den Zyklus in den folgenden 25 Jahren immer und immer wieder überarbeitet und seinen sich verändernden ästhetischen Ansprüchen angepasst. In der Fassung letzter Hand, 1948 veröffentlicht, entspricht nur einer der 15 Titel („Stillung Mariae mit dem Auferstandenen“) noch dem Original.

Wenn sich diese Fassung im Konzertsaal letztlich durchgesetzt hat, so ist das wohl in erster Linie damit zu erklären, dass Hindemith hier den Vokalpart von seinen Instrumentalismen befreit und durchweg kantabler gestaltet hat. Auch wenn der Zyklus beim Publikum nie wirklich populär wurde, so stellte er doch von Anfang an eine bedeutende Herausforderung an große Liedinterpretinnen dar. Soile Isokoski zeigt sich im Zusammenwirken mit ihrer kongenialen Klavierbegleiterin Maria Viitasalo dieser Herausforderung in jeder Hinsicht gewachsen. Man spürt vom ersten Takt an, dass die beiden Künstlerinnen tief in die musikalische, aber auch in die geistige Welt dieses Zyklus eingedrungen sind.

Rainer Maria Rilkes exquisite Sprachspiele sind schon als Literatur nicht leicht zugänglich, in der Vertonung Hindemiths, der hier auf barocke Formmuster zurückgreift und mit kontrapunktischen Effekten nicht spart, sind sie noch schwieriger zu erschließen. Der Sängerin gelingt hier so etwas wie die Quadratur des Kreises: bei ihr klingt auch das Komplizierte einfach, die Musik entwickelt sich organisch, die Stimme blüht auf in bewundernswerter Klarheit und Reinheit, doch der Text wird dabei nicht geopfert. Die Pianistin entspricht mit ihrem markanten, kristallklaren Ton dem Vortragsstil der Sopranistin und schöpft die erzählerischen Qualitäten ihres Parts in den langen Vor- und Nachspielen voll aus.

Ekkehard Pluta [09.10.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 P. Hindemith Das Marienleben op. 27

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Soile Isokoski Sopran
Marita Viitasalo Klavier
 
ODE 1148-2;0761195114827

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