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CD-Besprechung

OehmsClassics OC 736

1 CD • 68min • 2008

28.09.2009

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Haydns Musik sei, so Christoph Schlüren am Ende des gegenwärtigen Einführungstextes, „ein gelebtes Ethos, auf das sich rückzubesinnen für heutige Schaffende lohnte”. Das ist wohl wahr: Je länger wir uns mit dem Werk des diesjährigen Hauptjubilars auseinandersetzen, desto vernehmlicher werden wir die schier unerschöpflichen Fähigkeiten der Erfindung, der Entwicklung, der feinsten, mit simplen Handgriffen erzeugten Wirkungen, vor allem aber auch den Humor bewundern müssen, der sich über alles, was dieser Mann als wirklich Eigenes in die Welt gebracht hat, wie eine glitzernde Schicht leisen Sonnenglanzes legt – ein Schimmer, der der heutigen Szenerie ganz ohne Frage bekäme.

Damit ist dann aber auch klar, warum die vorliegenden Interpretationen mit einer „7“ noch gut bedient sind: Die Heiterkeit und Begeisterung für Haydn findet auf dem Papiere des Beiheftes, nicht aber im Saal und demzufolge auch nicht über die Lautsprecher statt – und gäbe es nicht in den zum Teil außerordentlich kostbar geblasenen Hölzern wahrhaft delikate Wendungen und Linien, dann hätte man auf diese Haydn-Arbeit eigentlich verzichten können.

Anfangs klingt es noch so, als solle ganz bewusst eine unprätentiöse, nicht auf Lärm, sondern Laune ausgerichtete Spielart angestrebt werden. Doch schnell muß ich konstatieren, daß die Musik nur „passiert”, ohne daß sich aus den subtilen harmonischen Manipulationen des Meisters irgendwelche größeren Spannungszusammenhänge im Räumlichen und Linearen ergäben oder gar an den verrücktesten Stellen die Korken knallten. Allenthalben steife Hüften, ungeschmeidige, immer „richtig” abgespielte Noten, nirgends das kleinste Zwinkern: Man wird sich vorstellen können, wie da das „schräge” Finale des Distratto gerät oder auch das Ende der Nummer 96 ausfällt, von dem es normalerweise nur noch ein Katzensprung bis zu Beethovens Vierter ist.

Himmel, was red’ ich denn da?! Hoffentlich kommt jetzt keiner auf die Idee, auch noch diese unbezahlbare Hommage an Joseph Haydn aufzunehmen ...

Rasmus van Rijn [28.09.2009]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Joseph Haydn
1Sinfonie Nr. 96 D-Dur Hob. I:96 (Le Miracle) 00:22:14
5Sinfonie Nr. 88 G-Dur Hob. I:88 00:19:25
9Sinfonie Nr. 60 C-Dur Hob. I:60 (Il distratto) 00:25:14

Interpreten der Einspielung

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