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CD-Besprechung

Giuseppe Torelli The Original Brandenburg Concertos

signum SIGCD157

1 CD • 63min • 2008

23.03.2009

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Das Andenken Giuseppe Torellis wird heute vor allem von Freunden der barocken Trompetenmusik hochgehalten. Seine Kompositionen für Trompete und Streicher bilden einen wichtigen Beitrag zum Bologneser Trompeten-Repertoire. Dabei war der gebürtige Veroneser von Haus aus Streicher – als Viola- und später Cellospieler in der Capella musicale an San Patronio in Bologna angestellt und gerne zu Gastauftritten als Violinvirtuose in anderen Städten bereit – und hat wesentlich zur Entwicklung des Concerto grosso beigetragen.

Nach der Auflösung des Orchesters von San Patronio 1696 folgte er dem befreundeten Sänger Antonio Pistocchi nach Ansbach an den Hof des Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, von wo aus er eine Reise nach Berlin unternahm und dort der Kurfürstin Sophie Charlotte von Brandenburg vorspielte. Daran anknüpfend widmete er ihr seine zwölf Concerti musicali op. 6, die 1698 in Augsburg im Druck erschienen. Diese aufgrund der Widmung als die „originalen Brandenburgischen Konzerte“ zu bezeichnen, scheint freilich etwas vermessen. Trotz allen Einfallsreichtums und aller satztechnischen Könnerschaft sollte man die kleinformatigen Werke (das längste dauert mit seinen vier Sätzen gerade einmal sechs Minuten) nicht an Bachs gut zwanzig Jahre später dem Schwager der Kurfürstin dedizierten sechs berühmten Konzerten messen. Anders als Bachs höchst ungewöhnlich und spezifisch instrumentierte Werke geben sich Torellis für vier Streicherstimmen (mit gelegentlichen Hinweisen auf Solo und Tutti) gesetzte Concerti vergleichsweise neutral und laden die Ausführenden ein, dem Gebrauch der Zeit entsprechend nach Belieben andere Instrumente einzubeziehen – in diesem Fall Oboen, Blockflöten und Fagott sowie neben dem Cembalo Theorbe, Barockgitarre und eine Truhenorgel als Continuo. Zwei der Konzerte enthalten einen virtuosen Soloviolin-Part und können somit als die frühesten Violinkonzerte gelten.

Das Ensemble Charivari Agréable (zu deutsch etwa „angenehmes Durcheinander“) spielt mit außerordentlicher Lebendigkeit und bringt vortrefflich die unterschiedlichen Satzcharaktere zur Geltung. Dem gegenüber stehen mangelnde Linearität, unmotivierte Drücker auf langen Tönen und ein gelegentlicher Eindruck von Starre durch gleichförmige Akzentuierung – kurz: Die Wiedergabe weist alle Vorzüge ebenso wie alle Nachteile heute gängiger historisierender Aufführungspraxis auf, wobei sie allemal genug Hörenswertes bietet, um eine Ehrenrettung für den unterschätzten Komponisten Torelli abzugeben.

Sixtus König † [23.03.2009]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Giuseppe Torelli
1Concerto G-Dur op. 6 Nr. 1 00:06:02
5Concerto e-Moll op. 6 Nr. 2 00:04:31
8Concerto h-Moll op. 6 Nr. 3 00:04:16
11Concerto D-Dur op. 6 Nr. 4 00:04:30
15Concerto g-Moll op. 6 Nr. 5 00:03:21
18Concerto c-Moll op. 6 Nr. 6 00:05:05
21Concerto C-Dur op. 6 Nr. 7 00:03:34
24Concerto F-Dur op. 6 Nr. 8 00:05:02
28Concerto a-Moll op. 6 Nr. 9 00:01:39
31Concerto d-Moll op. 6 Nr. 10 00:05:47
35Concerto B-Dur op. 6 Nr. 11 00:04:13
38Concerto A-Dur op. 6 Nr. 12 00:04:46
41Sonata a-Moll G 46 (à 4) 00:07:11

Interpreten der Einspielung

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